98 Visitation von 1804. Eitelsbach.

zuweichen. Ein Kreuzweg wurde in der Pfarrkirche 1871 errichtet und 1905 eine Orgel beschafft. Eine Mission wurde 1855, 1872, 1889 und 1900 gehalten, letztere wird sehr gerühmt, 1903 eine Frühmesse ange­ordnet. Schwestern aus dem Mutterhause in Waldbreitbach wurden 1866 in der Pfarrei eingeführt und in einem geschenkten Häuschen un­tergebracht. Dieselben bauten 1899 ein schönes Krankenhaus und übertrugen dasselbe der Pfarrgemeinde, ein Kreuzweg wurde in dem­selben 1902 errichtet. Die Familie Endres von Trier schenkte 1865 für die Armen der Pfarrei 6000 Mark. Als Pfarrer Badern im Jahre 1855 von Ruwer nach Kordel übersiedelte, nahm er die Pfarrbücher mit und wollte sie trotz wiederholter Aufforderung der Behörde nicht zurück­geben, bis er durch Verhängung der Suspension genötigt wurde.

Bischof Mannay visitierte die Pfarrei im Kanton Pfalzel im Jahre 1804 *): Die Antworten bei der Katechese befriedigten im allgemeinen sehr wenig. In der Kirche hatte sich nur die Hälfte der Pfarrangehö­rigen eingefunden, ein Zeichen dafür, daß ihnen der Besuch des Bischofs ziemlich gleichgültig war. Pfarrer Nikolaus Thiel aus Mon- zelfeld. Ruwer zählt 83, Eitelsbach 27, Mertesdorf 45 Häuser. Dem Pfarrer waren 800 Frs. versprochen worden, bis dahin sind nur 36 be­zahlt. Ein Weinberg trägt kaum die Kosten der Bebauung, 35 Jabr- gedächtnisse sind zu je einem halben Tlr. gestiftet, zu Mertesdorf 9 Stif­tungen zu je einem Kapitel. Weder Pfarrhaus noch Garten sind vorhan­den. Die Einwohner von Mertesdorf erbieten sich, wenn der Pfarrer bei ihnen residieren will, eine bequeme Wohnung nebst Garten zu stellen, bis sie ein'eigenes Pfarhaus gebaut haben, außerdem den Zehnten von einem Teile ihrer Ländereien zu geben, der 10 Mltr. Frucht, 1 Fuder Wein nebst Hafer und Kartoffeln bringen mag.

Die Fabrik besitzt 18 Rtlr. Einkünfte und 1000 Kapital, einen Öl- und Wachszins. Die Kirche von Ruwer ist in gutem Zustande, aber zu klein, die nötigen Paramente vorhanden, aber in schlechtem Zu­stande, Monstranz, Ziborium, Kelch von vergoldetem Kupfer. Der Küster versieht sein Amt unentgeltlich, ebenso das Amt des Lehrers in seiner eigenen Wohnung. Prozessionen werden gehalten in der Bitt­woche zu den sieben Kirchen in Trier, nach Klausen und Farsch- weiler, am Kreuzfeste nach Heiligkreuz, Pfingstdienstag nach St. Mat­thias, viermal jährlich nach Klausen, am Jakobstage nach Biewer. Stolgebühren für Taufe und Aussegnung 10 Alb., Trauung 6 Frs. und 27 Alb. oder ein Taschentuch, Begräbnis eines Erwachsenen mit drei Ämtern 2 Rtlr. 12 Alb., eines Kindes 18 Alb.

Eitelsbach heißt 1238 Ysolsbach, 1245 Ysolspach. 2 ) Ort und Kapelle gehörten bis 1803 zur Stiftspfarrei St. Nikolaus zu Pfalzel und zum Amte Pfalzel. Die Kapelle war den 14 Nothelfern geweiht und wurde 1850/5 neu erbaut. Sie erhielt einen Kreuzweg 1899. Im Jahre 1886 wurde bestimmt, daß Eitelsbach zur Umzäunung des alten Kirch­hofes zu Ruwer mithelfen müsse, 1872 wurde eine neue Glocke ange­schafft. Der ebenfalls zur Pfarrei Ruwer gehörende Kartäuser-

') TA. 26/7. 188. -') MRUB. 3. 628, 835.