Die Pfarrei Trierweiler. 99
h o f wurde von Erzbischof Balduin der von ihm errichteten Kartause bei Trier geschenkt. Er ging 1802 in die Hand eines Privaten über. Das Hofgut Duisburg hatte der Familie von Schönberg in der Eifel gehört, ging dann durch Erzbischof Philipp Christoph von Sötern (1623/5) in das Fideikommiß dieser Familie über. Philipp Franz von Sötern, Freiherr von Dagstuhl, schenkte 1654 das Gut dem Domkapitel für den zeitigen Domdechant und in dessen Besitz blieb es bis 1802. Durch die Familie Endres von Trier kam es später in den Besitz des Bischöflichen Konviktes und wird von ihm als vielbesuchter Ausflugsort benutzt.
Reihe der Vikare und Pfarrer.
1609 Bernhard Fink; 1693 Matthias Schilz; 1735—59 Gerhard Gill; 1763—72 Theodor Adolf Bodenbach; 1772—79 Georg Jakob Freundt; 1779—1803 Gabriel Hammerschlag; alle diese Kurate waren Vikare von St. Paulin; 1805—10 Franz Seybel; 1810—23 Johann Irsch; 1824—37 Johann Joseph Brandt; 1837—53 Johann Joseph Badern; 1855—87 Philipp Diehl; 1887—1902 Jakob Feller; 1902 Michael Schawel.
15. Die Pfarrei Trierweiler.
Die Pfarrei gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zum Dekanate Bitburg bezw. Kyllburg. Sie hieß 1246 Wilre supra montem, 1570 Trierweiler. Von der Pfarrei Trierweiler ist erst 1311 die Rede 1 ), indem der Pfarrer von Trierweiler sein Testament macht, und in der Taxa (1. B. S. 126 ff.) erscheint Trierweiler um 1330 als Pfarrei und wird mit einer recht mäßigen Steuer von 15 Schilling belegt. 2 ) Zur Pfarrei gehörten von jeher die Filialen Niederweiler und Fusenich. Die Pfarrei war bis zum Jahre 1803 klein, besaß 1570 nur 75 Kommunikanten. Die Grundgerechtigkeit und auch das Kollationsrecht besaßen das Kloster Echternach und das Deutschordenshaus zu Trier, ebenso zwei Drittel des Zehnten. In die Landeshoheit teilten sich das Kurfürstentum Trier und das Herzogtum Luxemburg.
Die Visitationsprotokolle ergeben: Im Jahre 1570 75 Kommunikanten. Patrone sind der Abt von Echternach und der Komtur des Deutschordenshauses in Trier, die Kirche ist geweiht dem hl. Dionysius, Pfarrer Herr Otho von Osann, 2 Altäre, 2 Kelche. Der Pfarrer bezieht den dritten Teil des Zehnten im Werte von 6 Mltr. Mischelfrucht, den kleinen Zehnten, 7 Vierzel Erbsen und aus dem Wittum 2 Mltr. Hafer und 1 Mltr. Korn, und aus jedem Haus (11 sind vorhanden) 1 Vierzel Hafer. Die Patrone beziehen zwei Drittel des Zehnten. Die Messe feiert an den Sonntagen und den Festen der Apostel der Augustiner Matthias Hellsehern. Die Fabrik bezieht drei Sextare öl. Die Kirche muß durch die Patrone restauriert werden.
Im Jahre 1621: Wie 1570, Pfarrer Valentin Boiß, der sein Anstellungsdekret nicht vorzeigen kann, weil er es vor Jahren dem Notar
l ) TSA. No. 406. 2 ) TA. 8. 13.
