]02 Die Filialen Sirzenich und Udelfangen.
Die alte Pfarrkirche war von Anfang an für die vergrößerte Pfarrei viel zu klein. Es dauerte aber recht lange, bis eine neue Kirche gebaut werden konnte. Erst 1894 war sie fertiggestellt. Zwei Wohltäter aus der Ferne steuerten 27 000 Mark dazu bei. Der Kreuzweg wurde in der Kirche 1896 errichtet, 1901 zwei neue Glocken und eine Orgel beschafft, 1902 die Kirche ausgemalt. Sehr zahlreiche Missionen wurden in letzter Zeit in der Pfarrei Trierweiler gehalten, so 1886, dann wieder 1893, ebenso auch 1902 und 1904 und endlich 1909; 1906 wurde die Herz-Jesu-Bruderschaft in der Pfarrei eingerichtet. Im Jahre 1858 wurde der Kirchhof vergrößert.
Sirzenich (975 Sarceni, 981 Serchenich genannt) gehörte anfangs zur Pfarrei St. Symphorian. In der Taxa generalis wird es mit einer Steuer von 3 Schilling belegt. 1 ) Auch 1570 erscheint es noch als selbständig, aber 1579 verordnet der Erzbischof, daß die Einwohner zur Messe und Predigt nach der Pfarrkirche St. Walburgis bei Paulin kommen müßten, damit der in Trier wohnende Vikar nicht beschwert werde. Aber im selben Jahre wird ihnen erlaubt, einen eigenen Geistlichen sich anzustellen.'"') Bei der Visitation von 1609 erscheint Sirzenich als Filiale der Walburgiskirche und blieb es bis 1803. Schon 1268 verzichtet der Archidiakon Arnold, Propst des Paulinsstiftes, auf den Anspruch, Kollationsrecht über Sirzenich zu besitzen, dem Paulinsstifte gegenüber. 3 ) Also scheint schon damals Paulin das Patronats- recht über Sirzenich beansprucht zu haben. Die jetzige, dem hl. Evangelisten Johannes geweihte Kapelle ist 1681 gebaut und hat einen Altar, ein wenig schönes Sakramentshäuschen, ein Zeichen, daß sie das Aller- heiligste besessen hat, und zwei Glöckchen. Sie wurde bedient durch einen eigenen Vikar oder fremden Priester, 1570 durch den Pfarrer von Aach. Die Kapelle von Sirzenich erhielt 1894 den Kreuzweg und 1908 zwei neue Glocken. Sirzenich hat noch jetzt seinen eigenen Kirchhof und Taufstein.
Der Ort Udelfangen wird als Odolvinga schon unter Erzbischof Poppo") und auch 1241 als Odelvengen °) erwähnt. Udelfangen rechnete von Anfang an zum Dekanate Bitburg, später Kyllburg, wurde aber 1783 nach dem Burdekanate überwiesen (PR.). In der Taxa generalis wird Odelfangen mit 6 Schillingen besteuert, ein Beweis, daß es als Kirche selbständig im Jahre 1330 war. Das Visitationsprotokoll von 1570 besagt: Patron ist der hl. Agritius, 50 Kommunikanten, ein Altar, ein Kelch, alle 14 Tage Gottesdienst, alle Sakramente. Pfarrer ist Franz Bernkastei, Kanoniker des Paulinsstiftes. Das Kapitel des Stiftes bezieht den ganzen Zehnten in der Höhe von 27 Malter und überläßt dem Pfarrer sechs Malter Korn und ein Malter Hafer. Jedes Haus liefert dem Pfarrer ein Vierzel Korn und ein Vierzel Hafer. Das Pfarrhaus ist zusammengestürzt. Man klagt, daß man nicht immer Messe hat, an allen feierlichen Festen sollte Messe sein. Die Baupflicht für die Kirche liegt dem Stiftskapitel ob. Die Fabrik hat % Mltr. Korn, ein Vierzel Weizen und 3 Quart Öl. Die Kapelle in Sirzenich untersteht
l ) TA. 8. 7. 2 ) PR. 1752. 8 ) MRR. 3. 2399. 4 ) MRUB. 1. 325. 5 ) Ebd. 3. 723.
