Die Filialen Udelfangen und Fusenich. 103
dem Stiftspropst von Paulin, sie wird aber besorgt von dem Pfarrer von Aach.
Das Protokoll von 1621 hat wesentlich denselben Inhalt wie 1570. Vikar ist der Karmeliter Stephan. Aus dem Wittum zieht der Vikar 10 „Maß Butter", und für Brot gibt jeder Pfarrgenosse 6 Heller. Das Kapitel stellt alles für den Gottesdienst Nötige. Die Fabrik besitzt zehn einfache Gulden. Die Kirche ist baufällig.
Der Pfarrer von Wintersdorf erhielt 1709 sechsjährige Bination für Udelfangen. Der Pfarrer bezog 1776 jährlich 4 Mltr. Korn und 3 Mltr. Weizen und von jeder Familie einen Sester Korn. Fr hatte an Wittum vier Morgen Ackerland und zwei Morgen Wiesen. Schule und Lehrer gab es nur im Winter, Kommunikanten waren nur 90 vorhanden. Die Christenlehre war gut besucht.
Das Protokoll von 1713 besagt: Der Hochaltar ist nicht konsekriert, keine Monstranz, nur eine Glocke, eine Kasel nebst Albe vorhanden. Die Kompetenz des Pfarrers besteht aus 4 Maltern Korn und 2 Maltern Weizen, vom Wittum in dem einen Jahre 3 Scheffel Korn, im anderen ebensoviel Hafer, von jeder Ehe l /% Scheffel Korn und zwei Ostereier. Gottesdienst wird binando gehalten vom Pfarrer von Trierweiler jeden zweiten Sonntag, früher vom Pfarrer in Wintersdorf. Die Verordnungen fordern Reparation der in sehr schlechtem Zustande befindlichen Kirche, Anschaffung der nötigen Kirchengeräte, Entfernung unpassender Statuen. Der Pfarrer von Wintersdorf muß das der Kirche entnommene Geld zurückgeben oder Hypotheken aufnehmen. Das Stift von Paulin soll dem Pfarrer von Trierweiler die Verwaltung der Pfarrei übertragen. Im Jahre 1743 heißt es: Keine Klage, 50 Kommunikanten.
Die Kapelle in Udelfangen war schon 1818 so baufällig, daß der Pfarrer sich fürchtete, sie zu betreten, aber erst 1885 wurde der erste Stein für einen Neubau gelegt, 1892 ein neuer Altar für die Kapelle beschafft, 1901 ein Kreuzweg angebracht. Im Jahre 1857 wurde für 1500 Mark vom Pfarrwittum von Udelfangen veräußert, aber dafür auch wieder 1867 für 1000 Mark Ackerland gekauft.
Fusenich heißt 1254 Vosene, 1259 Wuseney, wo zwei Ehepaare Güter in Fusenich an Himmerod schenken. Seine Kapelle war dem hl. Wolfgang geweiht. Es hatte 1570 einen Altar, einen Kelch und dreimal im Jahre Gottesdienst. Eine neue Kapelle wurde 1857 für Fusenich erbaut, 1893 der Kreuzweg in derselben angebracht und 1901 zwei neue Glocken angeschafft.
Reihe der Pfarrer.
1311 Hermann; 1570 Ottho, zugleich Pfarrer von Osann; 1621 Valentin Voiß; 1706 Peter Hoffmann; 1713 Georg Gerhard Trambert, Altarist zu St. Paulin; 1743—60 Max Heinrich Gerardi; 1762—88 Joh. Matthias Schürf; 1788—94 Johann Nikolaus Felden; 1799—1815 Wilhelm Rosenzweig; 1816—34 Peter Wagner; 1834—46 Johann Haag; 1846—57 Johann Baptist Elsen; 1857—71 Christian Reuter; 1871—86 Franz Joseph Kreckler; 1888—1902 Joseph Dehen; 1902—09 Joseph Caster; 1909 Dr. Karl Adolf.
