110 Die Pfarrei Zewen.

nale eintrage. Von 1822 bis 1836 wurde keine Kirchenrechnung auf­gestellt, und als die Behörde die Aufstellung der Rechnungen zunächst dem Bürgermeistereisekretär Müller und dann dem Pfarrer von Farsch- weiler, Schue, übertrug, wollte Pfarrer Klietsch, nun alt geworden, nicht die nötigen Papiere herausgeben. So mußte Schue mit unend­licher Geduld und Mühe die Sache ins reine bringen, und das Kirchen­vermögen hatte einen bedeutenden Schaden zu erleiden. Auch die Weinberge seines Wittums hatte Pfarrer Klietsch nicht sorgfältig be­baut, sodaß das Gericht ihn zum Schadenersatze von 2100 Mark ver­urteilte, aber Pfarrer Klietsch konnte die Summe nicht ganz zahlen. Fun recht dicker Pack von Schreiben über diese Angelegenheiten be­wahrt das Generalvikariat.

Reihe der Pfarrer.

1256 Heinrich;1532 Matthäus; 1532 Johann Pastoris; 156989 Christian Niersbach, Dechant; 1625 Adam Wenn; Nikolaus Meinen, 30 Jahre Dechant; Paul Gustinger, Dechant; 1Ö8192 Matthias Wald­billig; 171033 Wiemar Bälden, Dechant; 173340 Jakob Bernhard Schue; 174050 Peter Jungbecker; 175081 Friedrich Lothar Iiewer- ling; 1759 Johann Biermann, zwei Jahre; 178186 Johann Adam Fritsch; 178695 Johann Matthias Jung; 17951803 Theodor Koll, wurde Pfarrer in Kenn; 180340 Christoph Klietsch; 1S4066 Ger­hard Julius, vorher Pfarrer in Köln und Eppelborn; 186691 Matthias Stolzenberger; 18911917 Dr. Karl Gradier; 1917 Ignaz Josten.

17. Die Pfarrei Zewen.

Zewen kommt zuerst vor im Jahre 1098') als Evena in der Urkunde Heinrichs IV., welche die Güter des Simeonsstiftes bestätigt. In den Steuerurkunden des 14. Jahrhunderts heißt es Zeven oder Zevena. 2 ) Es liegt wie Euren am Fuße des Mons Juranus, schon 1241 Mons s. Pauli, noch jetzt 'im Volksmunde Polsberg genannt, zur Erinnerung an den hl. Paulus, der als Bischof von Verdun 649 gestorben ist. Denn man glaubt, daß dieser Heilige als Einsiedler auf dem Polsberge ge­lebt habe. In Zewen besaß der Dom im 11. Jahrhundert vier Wein­berge und Ackerland. 3 ) Die älteste Erwähnung der Pfarrei bietet die Taxa generalis (B. 1. S. 130) um 1330. Zewen wird mit 30 Schilling besteuert, derselben Taxe wie die Stadtpfarreien Paulus und Gervasius. So weit unsere Kenntnis reicht, war von jeher die Pfarrei der Dom- dechanei inkorporiert. Der Domdechant bezog den ganzen Zehnten von Zewen und seiner Filiale Oberkirch, mußte aber in diesem Rechte durch Schiedsspruch vom 22. Dezember 1482 gegen den Anspruch der Kartäuser geschützt weiden. Im Jahre 1382 verkaufen die Ritter von Wilz und ihre Verwandten, die Ritter von Vels, den Zehnten von Zewen dem Trierer Bürger Peter Donve von der Langernasen. Im Jahre 1441 verkaufte Heynemann von Schoden den Weinzehnten von Zewen an

" x ) MRR. 1. 1546. 2 ) TA. 8. 6. 3 ) MRUB. 2. S. 352; TA. 8. 85.