Die alte Pfarrei Hamm, Seelenzahl. 121

dans notre sein notre eure." Um dann auch die gute Existenzmöglich­keit eines Pfarrers in ihrer Mitte augenscheinlich zu machen, erboten sie sich, dem Pfarrer zu sichern als jährliches Einkommen: 1 /»o des Ertrages aller im Pfarrbezirk liegenden Ländereien, den Klee allein aus­genommen; 2 Malter Frucht, 1 Malter Hafer, 1 Fuder Heu, 2 Fuhren Kartoffeln, 2 Fuder Wein, den Genuß von drei ans Pfarrhaus dicht anstoßenden Gärten und von einem Baumgarten, mit dem Hinzufügen auch noch, daß sie bereit seien, „jede Bestimmung der Kompetenz an­zunehmen, welche Seine Weisheit nötig und entsprechend finden werde". 1 ) Auf dem Pfarreienverzeichnis des Bischofs vom Jahre 1805 figuriert dann auch die Pfarrei Hamm mit Filzen als Annexe; aber der Pfarrer zu Hamm hält die Entscheidung noch für ungewiß und liefert deshalb bei der Bischöflichen Visitation im Jahre 1805 kein Kirchen­inventar ein. a ) Beim dritten und letzten Pfarrumschreibungsentwurf erscheint die Pfarrei Hamm wieder auf der Bildfläche. Dieser Entwurf findet die Genehmigung der Regierung zu Paris im Jahre 1807, und ihre parochiale Selbständigkeit für die Zukunft ist damit sichergestellt.

Die Seelenzahl der Pfarrei nahm sicherlich ihren tiefsten Stand ein damals, als die Grauen und Greuel des Dreißigjährigen Krieges auch über sie hinweggegangen waren. Im Jahre 1630 näm­lich, da der Kriegsschauplatz auch in die Umgegend der Stadt Trier gerückt war, zählte der Ort Hamm 5, Filzen 16, nach dem Kriege aber zählte Hamm nur 2, Filzen nur 8 Haushaltungen. Filzen war dazumal über die Hälfte abgebrannt worden. 3 ) Eine höchst markige und kurze Zusammenfassung der Greueltaten im Dreißigjährigen Krieg siehe bei: Geschichte der vormaligen freien Kapelle Kommlingen an der Stelle, wo ihre frühere Bevölkerung dargestellt wird.

Lassen wir jetzt eine gedrängte Obersicht über die Bewegung der Bevölkerungszahl in Hamm und Filzen folgen. Es waren: im Jahre 1563 in Hamm 6, in Filzen IQ Feuerstellen"); im Jahre 1684 in Hamm 4, in Filzen 9 Feuerstellen 6 ); im Jahre 1754 in Hamm und Filzen zusam­men 47 Feuerstellen 6 ); im Jahre 1805 wieder in den beiden 108 Katho­liken mit 127 Kommunikanten; im Jahre 1828 in Hamm 80, in Filzen 193 = 273 Katholiken; und in Hammerfahr 12 Katholiken; im Jahre 1860 in Hamm 95, in Filzen 195, in Hammerfähre 10 = 300 Katholiken; »m Jahre 1894 in Hamm 89, in Filzen 197, in Hammerfähre 7 = 293 Katholiken; im Jahre 1912 in Hamm und Filzen zusammen 300 Katho­liken mit 190 Kommunikanten 7 ); im Jahre 1920 in Hamm und Filzen zu­sammen 340 Katholiken mit 250 Kommunikanten.

Die Hammerfähre ist im Jahre 1804 wenigstens schon bewohnt; im Jahre 1802 wurde das dortige Haus statt des alten neu gebaut, wie das Pfarrarchiv angibt. Israeliten hatte der Domdechant zu Trier, als Grundherr zu Hamm, schon im Jahre 1710, gleich anderen im Erz-

') Pfarrarchiv. s ) TA. 26/27, 203. ') TA. 11, S. 50, 51, 56. ') Fabricius S. 89. 6 ) Trierische Chronik von Dr. Kentenich und Dr. Lager. 7. Jahrgang, S. 75.

") Pfarrarchiv. 7 ) VA.; AGV. Schematismen der Diözese.