122 Hamm, Patronat, Zehnte, Pfarreinkommen.
stift „Vergeleideten" Juden, gestattet, in Filzen zu wohnen und ihr Gewerbe zu betreiben, wofern sie nur das jährliche Schutzgeld, 6 Rtlr., entrichteten. Diese Erlaubnis wurde ihnen aber im Jahre 1751 schon entzogen, weil sie nicht arbeiteten und sich Diebereien schuldig machten. 1 ) Mit dem Jahre 1805 erscheinen sie aber wieder bis zur Gegenwart.
Die frühere Patron a t s - und Zehntherrlichkeit in den Orten Hamm und Filzen ruhte in den I landen ihres Grundherrn. In den Weistümern der Jahre 1330, 1492, 1541, 1607, desgleichen in dem Bischof 1. Pfarrvisitations-Protokoll des Jahres 1739, wird der Dom- dechant zu Trier als solcher bezeichnet; im Orte Filzen ist anscheinend auch der Abt zu St. Maximin secundarie an der Grundherrlichkeit beteiligt. 2 ) Während nun das erste Bischof]. Visitations-Protokoll vom Jahre 1569 uns keinen Aufschluß gibt über die Frage der Patronats- und Zehntherrlichkeit, indem es bloß die damalige Pfarrvakanz und -Vei waltung meldet, spricht sich das Protokoll vom Jahre 1659, und ein späteres um das Jahr 1785, um so deutlicher darüber aus. Denn ersteres bemerkt: „Kollator ist der Domdechant, als Kompetenz erhält der Pfarrer 7 Mltr. Korn in seinen Sack vom Domkellner." 3 )
Der Fruchtzehnt aus Hamm und Filzen zusammen ertrug im Jahre 1591: 12 Mltr. Korn, der Weinzehnt ca. 1—2 Ohm; im Jahre 1780 wurde der domdechant'sche Zehnt aus Hamm und Filzen öffentlich versteigert und zugeschlagen für 14 Mltr. 3 Faß Korn; der Weinzehnt aus Hamm wurde im Jahre 1796 taxiert zu ca. 2 Hotten, der aus Filzen zu 4 Hotten. 4 )
Was ihre Pfarrstellen-Einträglichkeit angeht, so nahm die Pfarrei entsprechend ihrer geringen Bevölkerung in früherer Zeit eine untergeordnete Stelle ein. Denn auf der Diözesan-Umlageliste, welche um das Jahr 1330 amtlich angelegt wurde 5 ), ist sie veranlagt bloß mit einer Liebessteuer von 12 Solidi. Unter den damaligen 52 Pfarreien des Dekanates Merzig finden sich nur zwei andere mit einer geringeren, nur eine mit einer gleichen Steuer belegt. (1 Libra = XX, sol. = 10 albi rotati = 40 alb. treverens. = 2 deutsche Mark.) Diese taxa vom Jahre c. 1330 war um das Jahr 1530 auch für Pfarrei Hamm noch in' Geltung. 6 )
Das jährliche Pfarreinkommen in alter, bzw. neuer Zeit setzt sich zusammen aus: 1. dem Genuß des Pfarrwittums; dieses enthielt im Jahre 1723 etwas über 1 Morgen Land, 23 Ruten 12 Schuh Garten, c. 3 Morgen Weinberg mit 7553 Weinstöcken. 7 ) Im Jahre 1739, 1829, 1887 wird auch das Vorhandensein einer Wiese bis zu VA Morgen") gemeldet. Der Pfarrer hatte gemäß Bischöfl. Visit.-Prot. vom Jahre 1739 auch das Recht, innerhalb der Gemeindewaldungen seinen Bedarf
• *) DA. BB. Domdechanei Nr. 278.
') KSA. Nr. 122, Lit. E., und TSA. Nr. 297, S. 1459.
3 ) VA. und Pfarrarchiv.
4 ) DA. und KSA. Erzstift Trier, Cameralia, Nr. 115a.
B ) TA. 8. 26. •) TSA. Nr. 295- 7 ) KSA. Kellnerei Saarburg, Nr.207. 8 ) VA. und de Lorenzi I. 186.
