Untergegangene Pfarrei Ollmuth-Franzeuheini, die beiden Ortskapellen. 261
älteren derselben waren meistens mit einem Kapital von 10, die jüngeren mit einem solchen von 12 Rtlrn. gestiftet. Den adeligen Damen von St. Irminen lag es ob, das Jahr hindurch die Kirche mit Hostien zur hl. Messe zu versehen und zur österlichen Zeit zwei Krüge sogenannten Ablutionsweins für die Gläubigen nach empfangener hl. Kommunion an der Kommunionbank zu liefern. Dieser Ablutionswein war damals noch in vielen Pfarrkirchen üblich. Die Pfarrkirche erhielt auch eine jährliche Ölrente, und zwar von jedem der Irminenhöfe zu Ollmuth und Franzenheim je einen Eimer, von diversen Einwohnern aus Ollmuth und Franzenheim zusammen l : 'A Eimer Öl, trierisches Maß.
Beide Orte hatten auch jeder eine Ortskapelle ; aber Pfarrer Thives schreibt darüber: „Eng, dunkel, baufällig, einem Stalle ähnlich, ohne das zum Gottesdienst unbedingt Notwendige." In der Kapelle zu Franzenheim gab es 1747: Sieben gestiftete heilige Messen und betrug das ganze Vermögen dieser Kapelle 25 Rtlr. Kapital; „das seyndt die ganze reichtumben der capellen".
Ein Pfarrkirchhof war bei der Kirche. Näheres über denselben noch unbekannt. Einen Pfarrhpf gab es für die Pfarrei überhaupt nicht. Grund ganz einfach der, daß die Pfarrei von Trier aus bedient wurde. Noch 1787 wird Franzenheim angehalten, ein Pfarrhaus zu bauen, da der Pfarrsitz dorthin verlegt werden sollte, aber die Einwohner wehren sich mit der Einlassung, daß sie von Trier aus genügend versorgt würden! Der Grund ihres Sträubens lag aber etwas tiefer: sie wollten den Pfarrherrn überhaupt nicht in ihrer Mitte haben! So behauptet nämlich ausdrücklich Pfarrer Thives. Sein Vorgänger, Pfarrer Meckel, hatte vormals eine Zeit lang in Ollmuth residiert in einem baufälligen Hause, ohne Scheune und Stallung. Er hatte die Verlegung des Pfarrsitzes nach Franzenheim wie auch einen Pfarrhausbau vor 1787 wieder in Anregung gebracht. Aber alles Sträuben der Pfarreingesessenen half schließlich doch nichts, 1794 wurde mit dem Pfarrhausbau ernst gemacht. Zur Erklärung des Widerstandes gegen den Pfarrhausbau mag auch dienen, daß dieselben, seßhaft auf verschiedenen weltlichen Territorien (Franzenheim auf domkapitularischem Boden, Ollmuth auf kurfürstlichem Boden) ') in den beiden Orten von langem her eine innere Antipathie gegeneinander in den Herzen trugen, wie wieder Pfarrer Thives bemerkt. Das widerwillig erstandene neue Pfarrhaus wollte aber auch nicht bestehen; denn zum Jahreswechsel 1794/95, als es vollständig fertig dastand, fiel es, unwohnlich, wie es auch war, bis über die Hälfte zusammen. Die Pfarrer residierten in der Regel zu Trier. Ein Pfarrgarten war auch nicht angelegt worden. Als die Klosterhofleute in der Nähe desselben 1796 einen Ödplatz dem Pfarrer überwiesen hatten zur Umwandlung in einen Pfarrgarten, waren die Pfarrleute wieder durch keine Bitten zu bewegen, den Platz mit einer Umfriedigung zu versehen.
Das eben geschilderte Benehmen der Pfarreingesessenen kennzeichnet zur Genüge den bei ihnen herrschenden kirchlich-religiösen Geist.
J ) Trierische Chronik von Dr. Kentenich-Lager, VIII, S. 50.
