264 Untergegangene Pfarrei Ollniuth-Franzenheim, die Pfarrei Pluwig.

schützend, abgedankt; Joh. Rieh. Lossen 1799/1803; dieser war vorher Professor am humanistischen Kolleg zu Trier. Er schreibt von sich im Lagerbuch der Pfarrei, daß er der erste gewesen, welcher in der Pfarrei biniert hat; sein Ausdruck biniert ist nicht näher erklärt; daher wohl von der Feier zweier hl. Messen an Sonn- und Feiertagen zu verstehen. Ebenfalls bemerkt er a. a. Orte, daß ervon den Parochianen als Pfarrer gewählt worden" sei. 1 ) Das erzbischöfliche Konsistorium hatte gleichfalls denunruhigen Gemeinden um des Friedens willen" ge­stattet, ihre Pfarrer selbst zu wählen. Nachdem Ollmuth 1803 zu Schöndorf genommen war, residierte dort als Vikar der frühere Pfar­rer zu Gusterath, Matth. Druckenmüller. Der Übergang von Ollmuth an Pfarrei Schöndorf war insofern schon etwas vorbereitet, als diese beiden Orte ihre Weiden und Waldungen gemeinsam hatten.

14. Die Pfarrei Pluwig.

Die Entstehung der Ortschaft Pluwig liegt nach Lehre der Sprachforschung über 1500 Jahre, die der Pfarrei Pluwig erst über 110 Jahre zurück. Der Name Pluuei, 1211 Plovei, wird von dem keltischen oder römischen Worte Pluviacum abgeleitet.-') Die Pfarrei ist erst 1807 endgültig ins Leben getreten. Zwar hatte Bischof Mannay bei seinem ersten und zweiten Pfarrumschreibungs- entwurf 1803 und 1805 der alten Pfarrei Gusterath den Pfarrsitz auch für die neue Pfarrei zugedacht ;| ); aber der französische Präfekt Keppler zu Trier hatte'zuletzt entschieden:Der Sitz der Sukkursale Gusterath bleibt endgültig geheftet an Pluwig. 4 )" Der Grund für den Sieg der Ortschaft Pluwig über Gusterath als Sitz der neuen Pfarrei mag wohl darin gefunden werden, daß die Einwohner von Pluwig dem Bischöfe Mannay als Pfarrgehalt angeboten hatten zehn Malter Korn und acht Malter Hafer, während die von Gusterath nur sechs Malter Korn und fünf Malter Hafer geboten hatten, obgleich ihre Einwohnerzahl die von Pluwig um die Hälfte überstieg. Vor der Erhebung zur Pfarrei hatte Pluwig doch niemals den Rang bloß einer einfachen Filiale, sondern den einer Kuratkapelle inne gehabt, wie Neller sagt,einer Kuratkapelle, zwischen Pfarrei und Filiale liegend" ß ), mit andern Worten, den einer freien Kapellengemeinde (capella libera). Als eine solche Mittel-Kuratie gilt Pluwig bereits 1211, und es erstreckte sich das Kirchspiel derselben über das ganze alte sogenannte Pluwiger Ländchen, d. i. Pluwig, Geizenburg, Wilzenburg, Willmerich und das Gehöfte Lonzenburg.") . Wenn nun Pluwig trotz seiner Selbstherrlich- keit in parochialer Beziehung nicht auf der Kirchensteuerliste (taxa generalis) um 1330 erscheint, so kommt dies daher, daß die Kuratie Pluwig unter der Patronatsherrlichkeit der adeligen, deshalb aber

J ) Lagerbuch der Pfarrei im Bürgermeistereiarchiv.

-) Müller, Jahresbericht d. Ges. f. nützl. Forsch. 1909. 2.

3 ) StS. 7. 83, 97. ") AQV. 5 ) Neiler > opusc. III. 97/8.' °) Fabricius.