266 Die Pfarrei Pluwig, Patronats- u. Zehntherr, Zehntertrag, Kirche.

rückgang zu Gusterath eingetreten zu sein; denn es sind nur mehr neun Familien, d. i. c. 50 Seelen, anwesend. Bis 1770 tritt aber eine bedeutende Steigerung ein, nämlich bis zu 150 Seelen. In der Zeit zwischen diesen Jahren tritt auch der Hof Cleberg, jetzt Kleburg bei Filsch, mit einer Familie auf. Die ganze Pfarrei Pluwig in ihrem jetzigen Umfange enthält 1804: 58 Haushaltungen mit 237 Kommuni­kanten, also c. 355 Seelen. Die Orte der Pfarrei, im einzelnen ge­nommen, bieten 1816 folgende Ziffern: Pluwig 64, Gusterath 147, Wilzenburg 64, Wilmerich 49, Geizenburg 54, Lonzenburg 15, Pluwiger- Eisenhammer 16, insgesamt also 409 Seelen. Die Pfarrei nimmt von da ab stark zu. Denn es wohnen 1852 in der Pfarrei 599 Seelen. 1 ) Eine weitere Zunahme ist bis 1889 erfolgt; denn es werden 1889 gezählt 757 Katholiken. Bis 1912 ist die Zahl der Katholiken auf 744 mit 530 Kommu­nikanten wieder zurück--'), bis 1922 auf 844 wieder heraufgegangen.

Die Patronats- und Zehntherrlichkeit über das Pluwiger Kirchspiel besaßen im 12. Jahrhundert die ritterlichen Ministerialen am erzbischöflichen Hofe, die Herren von der Brücke zu Trier, deren Stammsitz auf dem Boden der römischen Bäder in St. Barbara stand/ 1 ) Aus den Händen des Ritters Friedrich von der Brücke ging dieses Laienpatronat über an die Dompropstei in Trier, bei welcher dasselbe verpfändet und nicht wieder eingelöst worden war. 1 ) Ein Weistum von 1574 enthält den Satz, daß der trierische Dompropst alsGifter" (Vergeber) der Kirche zu Pluwig verpflichtet sei, einen Priesterdarzustellen, der zu 14 Tagen am Sonntag dort Misse tue", das Wort Gottes verkündige, die hl. Sakra­mente den Leutenhandtreiche". Das Weistum bezeichnet den Dom­propst auch als den Zehntherrn im Kirchspiel und zwar für den großen und kleinen Zehnten. 5 ) Der kleine Zehnt konnte damals auch in bar, 50^ Hühner ebenfalls mit 101 Albus in bar entrichtet werden. Die Zehnt-,Kirchengifter"- wie auch die gerichtliche und territoriale Ober­herrlichkeit der Dompropstei im Ländchen hat fortgedauert bis zur großen französischen Umwälzung Ende des 18. Jahrhunderts.

Über den wirklichen Ertrag des Zehnten fehlt jegliche nähere Angabe; derselbe muß aber beträchtlich gewesen sein, wenn man bedenkt, daß dem Dompropst als dem weltlichen Schirmherrn jährlich zwölf Malter Zinskorn und 26 Malter Hafer aus dem Ländchen erfallen waren.

Eine Kirche oder Kapelle in Pluwig muß wenigstens schon für die Zeit des 12. Jahrhunderts als sicher angenommen werden, da von da an wenigstens einKirchengifter" vorhanden war; nähere Nach­richten über diese Kirche fehlen aber gänzlich. Das erwähnte Weistum von 1574 hebt sodann ausdrücklich hervor, daß es Pflicht des Dom­propstes sei, für den Hochaltar das Missale zu stellen, der Gemeinde

*) AGV. -') Schematismen der Diözese Trier.

3 ) Tr. Chronik, von Kentenich, 8. 41. ') MRUB. 2. 275; Fabricius.

5 ) KSA., Urk. Kurtrier, Pluwig Nr. 1 und 2.