Pfarrei Pluwig, Kirche, Kirchen-Inventar und -Vermögen. 267

aber die Pflicht obliege, den Kirchturm und dieLeuben" (Empore) in Bau zu halten. Demnach waren damals wenigstens zwei Altäre, sowie eine Empore und ein Turm mit Glocke vorhanden. Die Kirche, welche 1794 noch inmitten des Kirchhofes sich befand, wurde zerstört im Herbste des Jahres 1794. 1 ) Ob diese Kirche noch die anfängliche des 12. Jahrhunderts oder eine später erbaute war, ist unbekannt. Bis 1805 wurde der Gottesdienst in einer als Notkirche eingerichteten Scheune zu Wilmerich abgehalten. Die jetzige einschiffig erbaute Kirche erstand 1805 und erhielt 1806 die kirchliche Benediktion. Die Kosten des Baues trug dieGemeinde"; der Pfarrer Reget hatte aber 379 Taler aus anderer Hand sich zu verschaffen vermocht und auch die Rückzahlung der­selben auf sich übernommen. Bereits 1852 erschien diese Kirche als zu klein, aber erst 1914 und 1915 erhielt sie das jetzige linke Seiten­schiff und den massiven Turm, sowie eine vergrößerte Sakristei. Gegen­wärtig enthält sie drei Altäre; der Hochaltar, von einer schönen Kreuzigungsgruppe überragt, wurde 1900 errichtet. Himmlischer Patron der Kirche war allzeit St. Johannes Bapt. Das sonstige Inventar war in den Jahren 1832 und 1852 noch dürftig; denn es war damals nur ein Meßkelch und ein Chormantel vorhanden, welch' letzterer sogar den beiden Kirchen in Pluwig und Gusterath dienen mußte. 2 ) Dagegen besaß sie 1912 zwei Meßkelche, zwei Ziborien und zwei Monstranzen, sowie hinlänglich Meßparamente. Im Turme waren vordem zwei Glocken, deren kleinere 1649, die größere 1740 gegossen worden war. Der jetzige Turm enthielt drei Glocken, gegossen 1884; zwei derselben mußten 1917 mit in den Weltkrieg ziehen als Kriegsmetall. Statt einer Orgel bedient man sich noch eines einfachen Harmoniums. Die jetzige Kommunionbank, ein wahres Meisterstück kirchlicher Holzschnitzerei, und die Kanzel stammen aus dem durch die französische Republik auf­gehobenen Dominikanerinnenkloster zu Trier, nach Pluwig verschenkt durch den Bischof Mannay, wohl aus dem Grunde, weil die alte auf­gehobene Pfarrei Gusterath unter der Patronatsherrlichkeit des ge­nannten Klosters immer gestanden hatte. Die links neben dem neuen Turme vorhandene Seitenkapelle birgt in sich ein Kunstwerk kirchlicher Steinplastik, nämlich eine ergreifende Pieta der Frührenaissancezeit. Noch bis zur Stunde bildet diese schmerzhafte Mutter Gottes das Ziel frommer Pilger, welche dieselbe, besonders am Hauptpatroziniums- feste, aufsuchen.

Vom Vermögen der Kirche ist erst die Rede 1756; indes wird zum ersten Male 1832 der wirkliche genaue Betrag desselben, nämlich 1086 Taler, angegeben. Dieses Kirchenkapital ist 1852 auf 1400 Taler angewachsen und bildet 1912 die schöne Summe von 10 050 Mark. An Kirchenland sind 1912 nur 140 Ruten, aber Kirchen­wiesen ein Hektar 34 Ar vorhanden, welch' letztere 1832 nur 50 Ruten

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