Die Pfarrei Pluwig, Pfarr-Einkomnien, -Haus, -Kirchhof, fremd. Besitz. 269
Übei - die Besoldung der zu Pluwig diensttuenden Klostermönche aus Trier erfahren wir rein gar nichts; wohl wird der zur Besoldung derselben verpflichtete Dompropst zu Trier sie nicht ohne reichen Sold haben aus- und eingehen lassen. Das jährliche Pfarreinkommen bestand 1832 aus: einer Naturallieferung von zehn Maltern Korn, 15 Maltern Kartoffeln, zwei Maltern Heidekorn, einem Malter Erbsen, 15 Zentnern Heu, 40 Zentnern Stroh, 30 Pfund ungehecheltem, schlechtem Hanf, einem Bürgerlos Holz aus Pluwig, l 1 /, bis zwei Klaftern Holz aus Gusterath, Staatsgehalt im Betrage von 400 Mark, Meßstiftungssalarien im Betrag von 100 Mark aus Pluwig und 49 Mark aus Gusterath; 1804: Meßstiftungssalar aus Pluwig 22 Rtlr. 36 Albus, aus Gusterath 17 Rtlr. 17 Albus, Salar für gestiftetes Verlesen der Toten 2 Rtlr. 24 Albus, Stolgebühren im ganzen bis c. 12 Taler. 1 ) Dieses Einkommen ist mit ganz geringen Abweichungen dasselbe noch 1852, nur ist hinzugekommen der Genuß eines Wittumsfeldes von 75 Ar Grundfläche und einer Kirchenwiese, belastet aber mit einer Jahresmesse. 2 ) Das Pfarreinkommen wird 1873 angegeben auf: Ländereiertrag, taxiert zu 18 Mark, Staatsgehalt 400 Mark, Geld und andere feste Einnahmen 657 Mark, Meßstiftungssalarien 276 Mark, Stolgebühren 30 Mark, insgesamt also 1381 Mark. 3 ) In dem Jahre 1912 setzt es sich zusammen aus: 40 Scheffel Korn, 56 Scheffel Hafer, zehn Scheffel Heidekom, 80 Scheffel Kartoffeln, vier Scheffel Erbsen, 15 Zentnern Heu, 40 Zentnern Stroh, c. 40 Pfund Hanf, einem Bürgerlos Holz, 395,25 Mark Staatsgehalt (1873 noch ohne Abzug, jetzt mit einem kleinen Abzug von 4,75 Mark), Meßstiftungshonorar 214,15 Mark aus der Pfarrkirche, 146,95 Mark aus der Kapelle zu Gusterath, endlich 50 Mark ungefähr an Stolgebühren.
Ein Pfarrhaus in der Vorzeit kann man zu Pluwig nicht erwarten, weil die geistlichen Offizianten nicht dort zu residieren pflegten. Erst nachdem der Pfarrsitz von Gusterath nach Pluwig verlegt ist, schreitet man 1804 zum Bau eines Pfarrhauses. Bei den Verhandlungen darüber in Gegenwart des Bischofes Mannay erklärte 1805 ein Schöffe aus Gusterath: „Die von Gusterath wollen lieber mit jeder anderen Pfarrei.in der Nachbarschaft verbunden werden, als an den Lasten für den Neubau einer Kirche und eines Pfarrhauses zu Pluwig teilnehmen." Der Bischof erteilte dem übereifrigen Patrioten den verdienten Verweis. Das Pfarrhaus enthielt 1852 nur sieben Gemächer, aber die notwendigen Wirtschaftsgebäude und einen Hausgarten. Gegenwärtig ist es weit geräumiger und vorteilhafter eingerichtet. Der Kirchhof befindet sich immer noch an der Stelle der alten Kirche.
Güter und Einkünfte innerhalb des Ländchens besaßen außer der Dompropstei zu Trier nur der Erzbischof zu Trier und zwar im 13. und 14. Jahrhundert"), aber ohne Konkurrenz mit der Dompropstei an der Patronats- oder Zehntheniichkeit.
*) VA. =) Ebd. 3 ) AGV. ») Lamprecht, Wirtschaftsleben, 2. 175.
