276 Untergegangene Pfarrei Gusterath, Rektoren der Pfarrei Filsch.
Matthias Druckenmüller 1786/92; J. A. Schommer 1792/95; Johann Jakob Stamme! 1795/98; Johann Peter Gerhard 1798/1800; Wilhelm Clüsserath 1800/3; Servatius Balthasar 1803/05. — Der erwähnte 'Pfarrer Stammel hatte sich 1797 an einer Feier zu Trier beteiligt, welche zu Ehren des in Frankreich 1792 begangenen Königsmordes veranstaltet werden war. Dabei hatte er in einem für diese Feier eigens von ihm verfaßten Liede ausgerufen: „O Herr! nimm mir doch die Weihe (zum Priester) ab!" Er entsagte dem Priesterstande 1798 und begab sich in den Dienst der in Trier eben erst errichteten neuen französisch-republikanischen Regierung. In dieser Stellung trat er auf als Regierungsvertreter bei Pfarrinstallationen, bei Errichtung von republikanischen Freiheitsbäumen, als Dichter von Liedern auf die „neue Freiheit". Die Regierung ernannte ihn zum Inventarisator der Bibliotheken von aufgehobenen Klöstern und geistlichen Stiften, zum Kommissar für die Einführung von republikanischen Gemeindebehörden. . Bei alledem bewahrte er sich indes vor Leidenschaftlichkeit und Bösartigkeit. Nach Einführung der Konsularregierung zu Paris wurde er am Bezirksgericht zu Prüm, dann-am Kreisgericht zu Bonn, endlich an dem zu Bonn 1814 gesch?ffenen republikanischen Landgericht als Staatsprokurator angestellt. Hier hatte er 1811 ein Weib geehelicht. Hierselbst starb er auch 1845, aber ausgesöhnt mit der Kirche und versehen mit den hl. Sterbesakramenten. 1 )
Rektoren der Pfarrei Filsch:
Peter Schmerer 1616; Adam Rehe 1622; Theodor Fier 1628; Jakob Schmerer 1633; Johann Burk 1640.
15. Die Pfarrei Schöndorf.
Das Alter der Ortschaft Schöndorf vermag nicht bestimmt zu werden. Ausgangs des 14. Jahrhunderts begegnen wir zum ersten Male der Benennung des Ortes „pulchra villa", dann der Benennung Schoyndorff, Schonendorf, Schondorf. Das Attribut „schon, schön" bedeutet soviel wie „mild, wohnlich, bequem". Warum der Ort dieses Prädikat erhalten hat, wird nicht gesagt, aber jedenfalls ist die Lage des Ortes auf der waldumgebenen Hochebene eine schöne und für die Einwohner und ihre ländliche Beschäftigung bequeme zu nennen. 2 ) Die Namen der Filialorte Bonrath, Holzenrath, in Urkunden Bonrod, Holz- rod 3 ), sind gemäß der Endsilbe „rod" auf die Entstehung der Orte durch eine Waldesrodung zurückzuführen. Solche Rodungen wurden noch im 11. und 12. Jahrhundert zahlreich ausgeführt und dienten damals zur Gründung menschlicher Wohnstätten.' 1 ) Der Name der Filiale Hinzenburg, vor alters Heintzeburg, wird auf „Huntzo" und „Berg'"
') Marx, Erzst. V. 521. -) TA. Ergänzgsh. 14, 39 und 44. ■') KSA. Kurtrier, Ortschaften, Schöndorf, Nr. 2, 2a. 1 ) Marx, Geschichte der Pfarreien I. S. 61.
