Alte Pfarrei Schöndorf, Bevölkerung, Patronats- und Zehntherr. 277

zurückgeführt; Hunzo ist ein Personenname und bezeichnet den ersten Gründer des Ortes. 1 )

Das Alter der Pfarrei Schöndorf reicht jedenfalls über das 14. Jahrhundert hinaus; genauere Angaben darüber können aber zur Stunde nicht gemacht werden. Aus den archidiakonalischen Send­berichten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geht hervor, daß die Pfarrei schon damals auch die Orte Bonrath, Holzenrath, Hinzen­burg umfaßte. 2 ) Die jetzige Filiale Ollmuth wurde erst 1808 infolge der Reorganisation der Diözese endgültig in den Pfarrverband mit Schöndorf aufgenommen. 3 ) Bis zum genannten Zeitpunkt befand sich die Pfarrei mit ihren Filialen, ohne Ollmuth, im Verbände des alten Landkapitels Wadrill.

Die Bevölkerungsstärke der Pfarrei wird uns zum ersten Male, und nur teilweise, kund 1563. Damals waren in Schöndorf selbst nur zwölf, in Bonrath nur sechs Feuerstellen. Dagegen werden 1630 zu Schöndorf 24, zu Holzerath sieben, zu Bonrath acht, zu Hinzenburg vierParochianen" gemeldet, d. i. Familien.*) Diese Familienanzahl stellt eine Seelenzahl dar von c. 150. Die Kommunikantenzahl der Pfarrei beträgt 1739: 229°), 1775: 250, die Zahl der Nichtkommuni- kanten 143, also eine Seelenzahl von c. 390 Personen.") Die Seelenzahl beträgt 1787: 428 Seelen. 7 ) Die Bevölkerung wächst von 1787 bis 1804 um c. 70 Seelen. Einschließlich der neuen Filiale Ollmuth sind es 1804 8 ): 602 Seelen; 1827 im ganzen, incl. Ollmuth, bereits 780, ohne Ollmuth 671. Das Jahr 1853 weist auf 1000 Seelen mit 677 Kommunikanten in 160 Familien. Dazu sind dann noch hinzugekommen die zwei Mühlen mit zusammen sieben Seelen und fünf Kommunikanten.") Für 1871 werden gezählt 1057 Seelen mit 718 Kommunikanten in 189 Familien. 10 ) Das Jahr 1912 weist einen Bestand von insgesamt 1085 Seelen mit 775 Kommunikanten, das Jahr 1922 1125 Seelen auf. Nehmen wir nun die Seelenzahl des Jahres 1563 zu c. 90 bis 110 an, so hätten wir vor uns ein Wachstum der Bevölkerung der beiden Orte von 1563 auf das Jahr 1913, also im Verfluß von 3'A Jahrhunderten ein Wachstum um mehr als das Sechsfache.

Die Patronats- und Zehntherrlichkeit über die Pfarrei stand ununterbrochen dem St. Paulinstiftskapitel zu Trier zu, da die Pfarrei diesem Kapitel vollständig inkorporiert war. 11 ) Abweichend von der sonstigen Regel, daß diese kirchliche Herrlichkeit auch mit der weltlichen in .einer Hand verbunden war, besaßen die adeligen Herren derer zu Meysemburg-Brandenburg-Clerf im Luxemburgischen die niedere und mittlere Gerichtsbarkeit über Bonrath, die niedere, mittlere und höchste Gerichtsbarkeit auch über Holzerath. Die gesamte welt-

J ) KSA. Kurtrier, Ortschaften, Schöndorf, Nr. 2, 2a.

2 ) KSA. Erzst. Trier, Kirchensachen, Generalia, Nr. 105.

3 ) StS. 7. 55, 83, 96, 110. ") KSA. Ebd.; Fabriclus 130. 5 ) VA.

") KSA., Ebd. ') Fabriäus, Ebd. 8 ) TA. 26/7, 213. 9 ) VA. lu ) Ebd. ]1 ) TA. 9, 59; KSA. Erzst. Trier, Kirchensachen, Generalia Nr. 105 und 116; AGV.