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280 Alte Pfarrei Schöndorf, jetzige Pfarrkirche, Kirchenländerei.

geht hervor, daß die Pfarrei Schöndorf dem Pfarreinkommen nach die zweitbeste im ganzen Dekanate war.

Die jetzige Pfarrkirche, welche, wie auch alle ihre Vor­gängerinnen, unter dem Patronate des hl. Apostels Andreas steht, wurde erbaut 1838/9, der Turm neben der Kirche 1908. Ein Kirchenbau fand auch statt 1756; denn die Gemeinde Schöndorf wurde damals durch Richterspruch verurteilt, zur Wiedererbauung der Pfarrkirche die Hand- und Spanndienste zu leisten.') Diese Kirche erwies sich gegenüber dem immer mehr zunehmenden Wachstum der Bevölkerung zuletzt so be­schränkt, daß selbst der um den Hochaltar herum übliche zeitweilige Opfergang ganz eingestellt werden mußte. Die seitdem bestehende Kirche ist mithin mindestens die dritte. Vor 200 Jahren wird vermutlich eine romanische Pfarrkirche vorhanden gewesen sein. Diese Annahme erhält eine Berechtigung durch die Tatsache, daß an der Stelle des jetzigen Turmes noch 1908 ein romanischer Turm gestanden hat. Der­selbe war im Jahre 1879 zweimal von einem Blitzstrahl getroffen worden, der aber nicht gezündet hatte. Dieser wird wohl noch bei der drittletzten Kirche vor 200 Jahren gedient haben. Die B a u p f 1 i c h t an Kirche und Chor lag dem St. Pauliner Stiftskapitel zu Trier ob als dem Inhaber des Pfarrzehnten, die Baupflicht am Turme und Kirchhofe lastete auf der Pfarrei.-)

Das Inventar der Kirche bestand 1712 aus: drei Altären, von denen der Hauptaltar dem Hauptpatrone der Kirche, dem hl. Apostel Andreas, die Nebenaltäre der Mutter Gottes bzw. dem hl. Sebastianus dediziert waren; aus zwei Kelchen, deren einer aus Kupfer und einer aus Zinn gefertigt waren; aus einem Ziborium und einer Monstranz. Jedoch waren alle diese hl. Gefäße schwach vergoldet/') Anscheinend enthielt der Turm bis zum Eindringen der Franzosen 1794 wenigstens drei Glocken. 1 ) Die beiden 1832 vorhandenen Glocken, deren eine aus 1784 stammte, waren dem hl. Paulinus, bzw. Donatus geweiht. Auch die jetzige Pfarrkirche besitzt drei Altäre, der eine geweiht zu Ehren des hl. Apostels Andreas, der andere zu Ehren der hl. Mutter Gottes, der dritte zu Ehren des hl. Sebastianus. Der Kreuzweg wurde 1870 kanonisch errichtet, die Orgel 1912 neu angeschafft.

Kirchenländerei gab es 1725: einen Morgen Acker-, einen Morgen Wiesenland. 5 ) Die Ackerlandfläche ist 1885 angewachsen auf über zwei Morgen, die Wiesenfläche ist dieselbe geblieben. Bareinkünfte bezog die Kirche 1712 c. zwölf Rtlr., was kaum für die Beschaffung der zum Gottesdienste erforderlichen Kerzen ausreichte. Das Kirchen­kapital war 1739 stark 401 Rtlr. und ertrug an Zinsen jährlich gegen 23 Rtlr. 6 ) Das Kirchenkapital wird 1804 auf 2912 Francs angegeben. 7 ) Es wächst fortwährend an und ist 1832 auf 1218 Taler, 1853 auf 1393 Taler, 1871 auf 2200 Taler gestiegen.

') PR. a ) VA. 3 ) Ebd. 4 ) Ebd.) KSA. Kelhierei Trier, Nr. 440. e ) Pfarrarchiv. 7 ) AQV.