Alte Pfarrei Schöndorf, Schule, Reihenfolge der Pfarrer. 283

jährlich die siebente Garbe aus dem Ertrage derselben überlassen mußten. 1 ) Die auf der Kuppe des hl. Berges bei Schöndorf zur Zeit vorhandene sogenannte R o d b u r g , deren Inhaber eine aus alter Zeit stammende Meßstiftung hinterließ, gehörte wahrscheinlich den adeligen Herren derer von Clerf-Meysemburg an. Holzerath nannten sie im Mittelalter gewöhnlich ihr DorfRode", welches mit dem in ihrer Familie erblichen Speiseramte am Hofe des Kurfürsten zu Trier orga­nisch verbunden war. So mögen sie daher auf der Burg Rode oder Rodburg einen Herrensitz geführt haben. Kirchliche Rechte über die Pfarrei Schöndorf waren nie in ihre Hand gegeben.

Das Dasein einer Schule zu Schöndorf ist schon 1574 bezeugt. Denn in den Jahresrechnungen der Frau Baronin von Brandenburg- Meysemburg wird in der des Jahres 1574 einer Geldvorlage von 1 Gulden an denscholmeister" ausdrückliche Erwähnung getan.'"') Ein eigenes Schulhaus ist aber 1712 noch nicht erbaut, obgleich ein Lehrer während der Winterszeit dort Schule hält. 3 ) 1784 befindet sich zu Schöndorf nur eine sogenannteTrivialschule" (Elementarschule) für die ganze Pfarrei. Der Lehrer erwies sich als hinlänglich ausgebildet und wohlgesittet. Er bezog damals ein Gehalt von jährlich TA Maltern Korn, aus jeder Ehe drei Vierling Korn, von jedem Kinde neun Albus, und dazu sein Brennholz. 1 ) Die Zahl der Schulkinder betrug 1784 ca. 36, der 1787 in Schöndorf funktionierende Lehrer hieß Adam Willger:') Reihenfolge der Pfarrer.

Joh. Spang, Pleban des St. Paulinstiftes zu Trier 1569 6 ); Heinrich von Bastnach (Belgisch-Luxemburg) 1570 7 ); Matth. Faber, residiert 1586/93"); Joh. Matth. Bernardy 1659; Michaelis 1692; Heinrich Kirsten 1701/32; Franz Phil. Wagner 1732; Lothar Fried. Heverling 1733/49; Joh. Georg Oberkirch 1749/58 (befaßte sich mit Weinhandel, welcher ihm untersagt wurde) 0 ); Joh. Theod. Roth 1758/61; Joh. Loew 1761/1812; Peter Alois Licht 1812/25, deutsch-katholischer Pfarrer ge­worden zu Elberfeld 1 "); Jak. Philipp! 1825/29; Joh. Pet. Schmitz 1831/53; Joh. Pet. Pulch 1853/62; Joh. Pet. Reinert 1869/93; Pet. Wil­helm, Definitor, 1895/1921; Peter Busch 1921 bis 1923; Peter Roth 1923 bis jetzt; ad multos annos!

Druckenmüller, Vikar zu Ollmuth und von der Gemeinde besoldet 1804; Alex. Horst,desservant" zu Holzerath, 1804.

16. Die Pfarrei Wasserliesch.

Den beiden Ortschaften Wasserliesch und Reinig wird ein keltischer oder römischer Ursprung zugeschrieben, da man den Namen der Orte, Lusichic 973, Rinicha 980, die Formen Luciacum, Riniacum zugrunde legt. u ) Zur Zeit der römischen Kaiser waren sie

*) Biblioth. der histor. Abteilung zu Luxemburg Nr. 297/302.

2 ) Ebd. s ) VA. ») KSA. Schulwesen, Nr. 193.

5 ) Schüller, Volksbildg. i. Kurfürstent. S. 104. ") TAH. 9, S. 59/601.

7 ) KAA. 1857, S. 177. 8 ) KSA.) PR. »*) Pfarrarchiv.

") Müller, Ortsnamen im Bez. Trier usw. II. S. 73 ff.