284 Alte Pfarrei Wasserliesch, Filialen, Bevölkerung.
beide sicher schon bewohnt, wie die daselbst aufgefundenen Reste römischer Bauwerke und römischen Münzen beweisen. 1 )
Das Alter der Pfarrei läßt sich nicht genau bestimmen. Weil aber die Abtei der Benediktiner vom hl. Maximin zu Trier bereits längst vor dem 12. Jahrhundert einen Herrenhof mit Gütern, Ländereien und Weinbergen beiderseits der Mosel dort besaß'"'), so wird auch das Vorhandensein einer Kirche mit geregelter Seelsorge an derselben für diese Zeit angenommen werden müssen, da die Klöster ihre Untertanen und Hörige seelisch nicht verwahrlosten.
Filialen im richtigen Sinne des Wortes gehörten niemals zur Pfarrei. Denn das Dorf Reinig ist vom Pfarrorte nur dem Namen nach unterschieden, da es sozusagen dort anfängt, wo Wasserliesch aufhört, auch nicht einmal eine eigene Dorfkapelle hat und zudem von jeher mit Wasserliesch eine bürgerliche Gemeinde bildet, wie die Dorfschöffen schon 1766 erklären. Wenn die Diözesan-Schematismen, und auch die Pfarrsynodalberichte, während ca. 50 Jahren des vorigen Jahrhunderts das oberhalb an der Mosel gelegene Dorf Oberbillig als Filiale von der Pfarrei Wasserliesch darstellen, so geschieht dies zu Unrecht. Denn die jetzige Pfarrei Oberbillig war bis zu ihrer Pfarrerhebung 1871 rechtlich stets Filiale der ihr gegenüberliegenden luxemburgischen Pfarrei Wasserbillig und wurde auch tatsächlich von dort aus administriert. Dies bezeugt außer dem Pfarrarchiv zu Wasserbillig auch u. a. der Pfarrsynodalbericht Wasserliesch von 1851 mit den nackten Worten: „Oberbillig wird von Wasserbillig aus verwaltet." Auf dem Pfarreienkatalog der neuen Diözese Metz ist es als Bestandteil der Pfarrei Wasserbillig vorgetragen/') Bis zur Reorganisation 1803 gehörte die Pfarrei Wasserliesch stets zum alten trierischen Landkapitel Remich an der Obermosel. Zur Zeit des französischen Umsturzes und der Okkupation des linken Rheinufers durch die Umstürzler 1794 war Wasserliesch in den neuen französischen Wälderdepartement gefallen. Deshalb hat die Pfarrei auch den Übergang in die neugeschaffene französische Diözese Metz mitgemacht, ohne ihres Charakters einer unabhängigen Pfarrei dabei verlustig zu gehen. Abgetrennt von Metz 1817 unterstand sie dem Apostolischen Vikariate unter dem apostolischen Vikar Ant. Cordel bis zur Aufnahme in die neu kreierte Diözese Trier durch die päpstliche Bulle „De salute animarum" 1821. Über die Bevölkerungsstärke geht uns die erste Meldung zu bei den spanisch-luxemburgisch staatlichen Feuerstellenaufnahmen 1541 und 1561.") Damals wurden (für die Landessteuerumlage) gezählt in Wasserliesch 40, in Reinig 15, 1561 in Wasserliesch 42, in Reinig 14 Feuerstellen. Es können also für diese Jahre zu Wasserliesch annähernd 200, zu Reinig 75 Seelen angenommen werden. Einen ent-
J ) Wilmöwsky, Rom. Villa zu Nennig, S. 16.
-') MRUB. II. 430 u. 352.
:l ) Anciens Pouilles du Diocese de Metz, par Dorvaux, 728.
') Archives de la chambre des comptes ä Bruxelles.
