286 Alte Pfarrei Wasserliesch, Zehntherr, Zehntertrag, Pfarrwittum.

geändert werden in den Namen Hollenfelts (Hoelvyltz), bei der luxem­burgischen Stadt Mersch nördlich der Stadt Luxemburg. Diese adeligen Herren waren auch beteiligt am Besitz der Herrschaft Berburg, Sieben­brunn. Ausgangs des 17. Jahrhunderts wurde nun die alte Herrschaft Reinig, d. i. das Gebiet derselben, aufgeteilt. Die Ortschaften: Wasser­liesch, Reinig, Igel, Liersberg und Grevenich (bei Mesenich) bildeten von da ab eine neue Herrschaft, nämlich die Herrschaft Igel; Inhaber der­selben wurde die Familie Kahn, mit der Residenz in Igel. Aber "bei dieser weltlichen Gebietsveränderung zu Wasserliesch wurden die kirchen­rechtlichen Verhältnisse daselbst nicht berührt.

Die Zehntherrlichkeit in der Pfarrei ruhte bis zur großen Umwälzung auf allen Gebieten durch die französische Revolution, in den Händen der Patronatsherren. Außerdem daß dem jeweiligen Pfarrer vom Zehntertrag jährlich die Hälfte zufiel, ist zu bemerken, daß von frühester Zeit, von 1092 an, der Abt von St. Maximin an der welt­lichen Burg-, Gebiets und kirchlichen Patronatsherrlichkeit zu Reinig- Wasserliesch mit einem Viertel beteiligt war. 1 ) In den ältesten Urkunden wird es nun auch ausdrücklich ausgesprochen, daß der Abt zu St. Maximin ein Viertel auch aller Einkünfte,Zehenden, Zins, Gülten, Renten usw.", zu beanspruchen hatte. Demnach wird dann wohl der Abt auch ein Viertel des Zehnten, die weltlichen Herren als Patronats­herren also auch noch ein Viertel desselben, und der Pfarrer, die Hälfte davon erhalten haben. Derselbe betrug 1569: 24 Malter gemeine Früchte (d. i. Korn und Hafer zusammen), 1570: 34 Malter solcher Früchte, an Wein 1569: ein Fuder 2 ), 1570 3 ): fünf Ohm. Diese Portion war die des Pfarrers allein, also die Hälfte des ganzen, trockenen und nassen Zehnten. Der gesamte trockene Zehnt machte 1766 im Durch­schnitt jährlich 52 Malter Korn und 28 Malter Hafer aus.")

Die EinträglichkeitderPfarreiim Vergleich mit andern Pfarreien der Umgebung anlangend, war dieselbe vor 300 Jahren ge­ringer als die der drei Nachbarspfarreien Igel, Langsur und Mesenich, obgleich die Seelenzahl der drei genannten Pfarreien gegenwärtig um mehr als die Hälfte von der Seelenzahl der Pfarrei Wasserliesch über­troffen wird. Denn 1575 erhob die spanisch-luxemburgische Regierung zu Brüssel (mit der Genehmigung des Papstes) von der Pfarrei Wasser­liesch fünf, von Igel acht, von Langsur neun, von Mesenich sieben livres kirchliches Subsidium. 6 )

Das Pfarrwittum bestand 1569 aus drei Morgen Ackerland und zwei Weinbergen. In den späteren zwei Jahrhunderten wird der Betrag des Pfarrwittums nur zweimal erwähnt, nämlich 1738 mit den Wortener sei ganz gering", 1780 mit den Worten,daß derselbe vier Morgen, zwei Weinberge, ein Gartenfeld und den Pfarrgarten enthalte".

*) TSA. Nr. 1644, XI. 507. 2 ) VA.

3 ) KSA. Qeneralia, Kirchensachen, Nr. 87a.

4 ) KSA. Herzogt. Luxbg. Nr. 184 II. ') Publicat. de la Sect. histor. 49, 231.