Alte Pfarrei Wasserliesch, Pfarreinkommen, Pfarrkirche. 287
Das Pfarrwittum machte 1911 aus 1,52 Hektar, incl. der 22 Ar Wiesenland und wurde ein Pachtzins von jährlich 240 Mark dafür bezahlt. Das jährliche Pfarreinkommen wurde 1569 gebildet aus dem Ertrag des Pfarrwittums und der Hälfte des großen trockenen Zehnten (24 Malter Korn und Hafer zusammen), aus der Hälfte auch des kleinen Zehnten und dem ganzen Heuzehnten; aus einer Wochenmesse erfielen auch noch zwei Radgld. Um das Jahr 1712 findet sich auch ein jährliches Brot zu Ostern und am Kirchweihfest aus jeder Familie, oder statt des Brotes drei Alb. in bar. Aber von diesen Broten muß der Pfarrer jährlich ein Drittel an den Küster abgeben. Außer einer Wochenmesse sind es jetzt auch noch 40 Anniversarien, für deren Per- solvierung je 15 Albus, zwei Anniversarien, für deren Erledigung das Recht der Nutznießung eines Gartenfeldes, und zwei Fronfastenmessen, für deren Erledigung jährlich je ein Taler gezahlt werden. Eine Neuregelung des Pfarreinkommens erfolgte zuerst 1832. Außer dem Ertrag der Pfarrwittumswiesen (damals c. 30 Zentner Heu) erhielt der Pfarrer eine Gemeindezulage von 16 Maltern Korn, vier Ohm Most wein, drei Wagen Brennholz, an Staatsgehalt 384 Mark, aus der Pfarrkirchenkasse die Meßstiftungssalarien 93 Mark und die üblichen Kasualgefälle c. 36 Taler; 1853 zu den 16 Maltern Korn auch 35 Zentner Stroh. 1 ) Als Wittum werden 1853 angegeben vier Morgen Acker- und ly. Morgen Wiesenland. In den Akten des Bischöflichen Generalvikariates findet sich eine amtliche Festsetzung des Pfarrgehaltes von 1873 über 1359 Mark. Der Pfarrgehaltsnachweis weist 1913 folgende Einnahmeposten auf: Pfarrnaturallieferung 70 Scheffel 17 Liter Korn, 36 Zentner Stroh, beides veranschlagt zu 406 Mark, Staatsgehalt 378,80 Mark, Gemeindezulage 135 Mark, Stolgebühren c. 90 Mark, aus den Meßstiftungen 456,95 Mark; vom Weinmost aus der Gemeinde geht keine Rede mehr.
Die jetzige Pfarrkirche, in ganz eigenem, neuzeitlichem Stile erbaut, wurde 1911 am 22. Mai konsekriert, nachdem die feierliche Grundsteinlegung am 5. Mai 1910 geschehen war. Die Pfarrkirche hat zum Patron allzeit gehabt den hl. Aper, Bischof und Bekenner, zu Nebenpatronen den hl. Nikolaus und den hl. Sebastianus. St. Aper, gestorben 420, soll, nach der Darstellung der Bollandisten, der siebente Bischof von Toul gewesen sein, dessen erster der hl. Mansuetus war um 330. Über den Lebenslauf und die Tätigkeit des hl. Aper bieten die Acta Sanctorum nur Allgemeines und Weniges. Die Eltern desselben sollen eine wohlhabende, vornehme und schon christliche Familie gewesen sein. Als er über sein Vermögen das Verfügungsrecht besaß, verwendete er dasselbe gänzlich zum Unterhalt der Armen. Zu Ende seines Lebens begann er den Bau einer christlichen Basilika außerhalb der Mauern seiner Bischofsstadt, welcher er als Bischof ruhmvoll vorgestanden hatte. Dadurch erreichte er es, daß die Kirche Christi täglich Zuwachs erhielt. Außer dieser wurden auch viele andere Kirchen in
*) VA.
