288 Alte Pfarrei Wasserliesch, die neue und alte Kirche, Kircheninventar.
der Diözese Toul dem Andenken des Bischofes Aper geweiht. — Sein Leichnam wurde auch in die von ihm begonnene Kirche übertragen. Jahrhundertelang war derselbe dort verborgen, bis er im 10. Jahrhundert wieder aufgefunden wurde. Schon gleich nach dem Tode des hl. Aper wurden auf seine Anrufung Wunder gewirkt, besonders gegen Pestkrankheiten Schutz erwirkt. Man verehrte ihn feierlich in der ganzen Diözese Toul und verrichtete täglich das hl. Offizium zu seiner Ehre. Auch eine Benediktinerabtei bei Toul hielt Jahrhunderte hindurch sein Andenken aufrecht, da sie seinen Namen trug.
Die neue Kirche bietet vollständig Raum genug für die Pfarrei. Es sind drei Altäre in derselben. Der Hochaltar, ein zierlicher Holzbau im besten Barockstil, stammt aus der St. Michelskapelle zu-Wetzlar und ist der Mutter Gottes und dem hl. Joseph geweiht. Der Turm an der neuen Kirche nahm die beiden Glocken aus der alten Kirche auf, deren größere 1894, zu Ehren des hl. Aper, die kleinere 1907 gegossen worden war. Sie haben 1917 einem schwerern Gußstahlglockengeläute, bestehend aus drei Glocken, Platz gemacht, wobei ihr Material als Bezahlung mit verwendet wurde. An hl. Gefäßen waren 1913 vorhanden nur zwei silberne Mess- und zwei silberne Speisekelche, einer der Meßkelche ist sehr alt und in romanischem Stil, eine Monstranz von Silber, enthaltend zugleich eine Partikel vom hl. Kreuze, welche 1832 noch an gewissen Tagen der öffentlichen Verehrung ausgesetzt wurde; 1772 noch hieß es: „Reliquiae non adsunt." Der in der neuen Kirche aufgestellte Taufstein ist der alten Kirche entnommen; er stammt aus 1555 und gilt als ein Kunstwerk der kirchlichen Steinhauerei. Über der Sakristeitüre in der neuen Kirche ist ein auf Holz in Ölfarben gemaltes, angeblich aus der spätgotischen Periode herübergekommenes Ölgemälde angebracht, welches die Hauptperioden aus dem Leben des hl. Aper zur Darstellung bringt; dasselbe darf auch als ein kirchliches Kunstgemälde angesprochen werden. Der Kreuzweg wurde 1910 kanonisch errichtet. Die Empore entbehrt noch der Orgel und wird diese durch ein Harmonium ersetzt.
Die Stolgebühren bei den einzelnen Funktionen betrugen 1849 und 1853: bei einer Taufe, die Aussegnung nach derselben mit einbegriffen, drei Sgr., bei einer Trauung incl. der drei Proklamationen und dem Trauungsamte 7,60 Mark, bei dem Begräbnis eines Erwachsenen mit vier Ämtern und zwei Vigilien für den Verstorbenen 12,40 Mark 1849, mit den vier Ämtern und Gebeten für den Verstorbenen das Jahr hindurch 9,80 Mark 1853, bei dem Begräbnis eines Kindes und einem Amte 3,60 Mark. 1 )
Die alte Kirche, als Kirchhofkapelle auf dem noch weiterbenutzten Kirchhof verwandt, stand auf römischem Mauerwerk. 2 ) Das Chor derselben ist in gotischem, das in die Seitenmauer des Chores eingebaute Sakramentshäuschen in spätgotischem, kirchlichem Stile erbaut. An
J ) VA. -') Prov.-Mus. zu Trier.
