290 Alte Pfarrei Wasserliesch, Kirchenländereieii, Meßstiftungen, Bethäuser.

nur drei Groschen jährlich, 1913: 29,81 Ar Ackerland, c. % Morgen Gartenfeld, eine unfruchtbare Wiese. Bareinkünfte bezog die Kirche 1712 nur die Zinsen aus den Meßstiftungskapitalien, wovon sie auch die damals vorhandenen 44 Meßstiftungen honorieren mußte 1 ); die Größe des Kapitales ist nicht angegeben. Die jährlichen Zinsen desselben machten 1738: 166 einfache Gulden aus") (ein einfacher Gulden = c. % Mark). Zu vier Prozent gerechnet repräsentieren diese 166 Gulden ein Kapital von c. 2100 Mark. Erwähnt wird damals aber auch das Recht der Kirche auf die Hälfte der in den Waldungen der Grundherren des Herrschaftsgebietes 3 ) (Igel, Wasserliesch, Reinig, Liersberg, Grevenich) gefundenen Bienenschwärme, d. i. des aus denselben sich ergebenden Wachses, wie Honigs (ein so gefundener Bienenschwarm gehörte ohne weiteres dem Grundherrn). Die Kirchenkapitalien be­trugen 1832 bereits 1264 Taler, 1853 schon 2702 Taler, 1860 bereits 3200 Taler 4 ), 1913 dagegen schon 21710 Mark.

An Meßstiftungen waren 1712 vorhanden 44, 1832 wird die Anzahl der Singmessen auf 25, der Lesemessen auf 73 angegeben, ein­schließlich der zwei Sing- und zwei Lesemessen, mit welchen stiftungs­gemäß der Genuß des Pfarrgartens belastet ist. 5 ) Die Zahl der gestifteten hl. Messen ist 1860 angewachsen auf 57 Sing-, vier Segenämter und 75 Lesemessen; unter den letztern befinden sich 41, welche gestiftet sind mit sakramentalem Segen und der größere Teil derselben im Advent als Roratemessen zu feiern sind. Sie entstammen alle 41 einer Stiftung, welche durch den im benachbarten Liersberg 1852 verstorbenen Pfarr­verweser von dort, namens Berscheid, errichtet worden ist. Das Jahr 1913 verzeichnet 116 Sing-, 11 Segenämter, 116 Lesemessen, incl. der 41 eben genannten.") Eine Armenstiftung ist auch an der Pfarrkirche gemacht, welche 1913 einen Zinsertrag von 2,40 Mark zu Gunsten der Armen in der Pfarrei erbrachte. Sonntägliche Frühmesse wird bereits 1849 erwähnt und den Winter über um acht, den Sommer über um sieben Uhr gefeiert. 7 ) Das jährliche Salar für den Zelebrans derselben, im einzelnen Falle vier bis fünf Mark betragend, wird jetzt aus der all­jährlichen Pfarrumlage bestritten.

In dem die Fortsetzung von Wasserliesch bildenden, moselabwärts gelegenen Dorfteile Reinig besteht ein ganz kleines unansehnliches Oratorium für die gemeinsame Abbetung des Rosenkranzes und wird von den Einwohnern zu Reinig unterhalten. Das auf der Berghöhe von Wasserliesch noch bestehende Bethaus, auf Lürschem genannt, angeb­lich 1708 erbaut,-, wird von den Pfarreingesessenen von Wasserliesch und von Auswärtigen besonders während der hl. Fastenzeit besucht und führt ein Kreuzweg zu ihm hinauf.

Der Kirchhof der Pfarrei ist noch der alte, um die frühere Pfarrkirche herum gelegen. Schon 1849 als zu klein beklagt, wurde er 1860 hinreichend vergrößert; 1712 wird es scharf getadelt, daß das

1 ), % 3 )> 4 ). 6 ), «) VA. ') Ebd.