318 Dekanat Engers, alte Klöster.
machte die Säkularisation 1813 ein Ende. Später wiedergerufen, mußten sie im Kulturkampf die liebgewonnene Stätte abermals verlassen, um nach demselben zum dritten Male Einkehr zu halten.
3. N i e d e r b e r g. Neben der Pfarrkirche hatten R e k 1 u s e n 1288 ganz neue Gebäude und in ungewöhnlicher Art gegen den Willen des Ortspfarrers errichtet. Auf Verfügung des Bischofs mußten sie versprechen, das Gebäude nicht zu erweitern und nicht über fünf bis sechs Personen aufzunehmen.
4. A r e n b e r g. Eine Klause gab es 1333 beim Herrenhof daselbst, den König Ludwig II. nebst einem solchen bei Leutesdorf dem Frauenkloster im fernen Westfalenlande zu Herford geschenkt hatte.
5. B e s s e 1 i c h auf dem Berge zwischen Urbar und Mallendar, heute ein Hofgut des Herrn von Stedtmann. Ein Ritter von Helfenstein baute 1204 auf dem Platze, wo 700 Jahre früher eine Kapelle des heiligen Sergius gestanden und 32 Christen den Tod durch Hunnen erlitten hatten, eine neue, welche Erzbischof Johann zu Ehren des hl. Remigius und obiger Märtyrer einweihte. Daneben errichtete die Familie v. Helfenstein 1400 ein Kloster und berief mit Zustimmung des Erzbischofs Jakob fünf edle Franziskaner innen aus Ehrenbreitstein l j dahin, deren Zahl allmählich auf sechzig stieg. Sie führten ein heiliges, aber im Dreißigjährigen Krieg leidens- und entbehrungsreiches Leben. Sie flüchteten vor dem räuberischen Gesindel nach Leutesdorf, kehrten aber nach einigen Jahren zurück, um 180 Jahre später das Schicksal der übrigen Klöster zu teilen.
6. N i e d e r w e r t h. Dort hatte zuerst eine Kapelle des hl. Georg gestanden und daneben eine Klause von Franziskanerinnen, die aber Ewiges und Zeitliches vernachlässigten und deshalb nach obigem Besselich, wo ein besserer Geist herrschte, 1428 versetzt worden waren. Die Verwaltung ihrer Güter hatte der spätere Kardinal Nikolaus von'Cues, damals Dechant des St. Florinstiftes zu Koblenz, übernommen. An die Stelle der Schwestern traten aus Zwolle in Holland vertriebene Augustiner-Chorherren, die aber auch nicht vorankamen und um 1580 auf zwei Mitglieder zusammengeschrumpft waren. Das eine wurde versetzt, das andere pensioniert. Dann verpflanzte Erzbischof Karl Kaspar 1663 dorthin die Zisterzienser -Nonnen von der Leere in Koblenz, die ausharrten, bis weltliche Machthaber 1811 ihre eingezogenen Güter verkauften.
7. V a 11 e n d a r. Neben der früheren dreischiffigen Pfarrkirche hatte der Graf v. Sayn-Wittgenstein eine Klause für fromme Jungfrauen gestiftet, die aber, im Rückgang begriffen, 1492 von Erzbischof Johann der Pfarrkirche zugesprochen wurde, um das Gebäude zu einer Schule herzurichten.
8. Wandert man ins Ferbachtal hinter Vallendar, so überraschen uns zwei stattliche romanische Türen, Reste einer solchen Kirche. Erzbischof Albero hatte 1143 Augustinerinnen, welche bis dahin
*) Handschrift im KSA. ca. 1860.
