Dekanat Engers, alte Klöster. 319

in Lonnig gelebt hatten, aber von Durchreisenden viel belästigt wurden, nach diesem Orte, Schönstatt genannt, verpflanzt. Seine Nach­folger aber hatten an ihnen wegen mangelnden Ordensgeistes viel aus­zusetzen. Weil Verbesserungen unzugänglich, suchte man ihnen 1487 durch Franziskanerinnen aus Ehrenbreitstein bessern Sinn einzuflößen. Ihre Zahl sank allmählich von 27 auf 12, und sie klagten über die ungesunden Räume, worauf sie Erzbischof Jakob 1567 nach St. Görgen in Koblenz versetzte.

9. S a y n. Prämonstratenser Abteikirche und -kloster. Die Brüder Heinrich IL, Eberhard II. und Gerlach, Grafen von Sayn, erbauten, dem Beispiele der benachbarten Isenburger Grafen in Rommersdorf folgend, die 1135 dort Prämonstratenser-Mönche eingeführt hatten, im Brexbach- tale ein Kloster, statteten es mit Gütern aus und beriefen Prämon­stratenser aus Steinfeld dahin. Diesem glänzenden Auftakt ent­sprach aber nicht die Entwickelung des Klosters, die Nähe Rommers- dorfs benahm ihm den Atem. Das Mutterkloster Steinfeld mußte ihm wiederholt Mönche zusenden, um den Konvent aufrecht zu erhalten. Sie übten regelmäßig die Seelsorge aus in Sayn, zeitweilig auch in Ben­dorf, Nauort und Grenzau. Zwischen die Brüder schlich sich der falsche Freiheitsgeist der Reformation, begünstigt und gehegt durch Graf Hein­rich von Sayn. Die Treugebliebenen waren nicht mehr Herr in ihrer Klosterkirche und mußten einen Teil davon für andersgläubigen Gottes­dienst abgeben, bis Sayn wieder ganz katholisch wurde. Der letzte von 46 Äbten, Bartholomäus Reinhard, wurde nach Aufhebung des Klosters Pastor von Sayn und starb dort am 2. Mai 1819. Die Klostergebäude, von der Zivilgemeinde erworben, dienen heute als Pfarrwohnung und Schule und die Kirche als Pfarrkirche.

10. Rommersdorf. Über die ersten Klosteranfänge daselbst siehe Kapitel II Nr. 7. Der Niedergang des Echternacher Klosters im neunten Jahrhundert wird sich auch in Rommersdorf geltend gemacht und zum Ersterben der ersten Niederlassung geführt haben. Es lebte aber wieder auf, als um 1114 der Dynast Reginbold von Rommersdorf aus dem Isenburger Geschlecht Benediktiner aus Schaffhausen kommen und „bei der alten Kapelle" in Rommersdorf sich ansiedeln ließ. Ungünstige Zeitverhältnisse bewirkten deren baldige Heimkehr nach dem Mutterkloster. Nach deren Weggang übergab Erzbischof Albero von Trier 1135 die Räume einem Pater von Marienroth bei Dieblich in Hut und ließ dann mehrere von dessen Mitbrüdern aus dem Prämonstratenserkloster Floreff bei Namur kommen. Reiche Schenkungen des Stifters und anderer Adeligen und eigener Er­werb machten die Abtei, welche auf fruchtbarstem Ackerboden in herr­licher Lage sich erhob und ausdehnte, zu einer, der begütertsten in der ganzen Diözese Trier. Sie hatte aber, von Kriegerscharen öfter heimgesucht, von habgierigen Nachbarn bedrängt, überlaufen von zudringlichen Freunden und Fremden, welche die Gastfreundschaft mißbrauchten, gerade wegen ihres schwer zu überschauenden Besitzes