320 Dekanat Engers, alte Klöster.
und Rechtes, zuletzt kaum mehr ihr Auskommen, wenn nicht die regelmäßige Seelsorge resp. Hilfsseelsorge in Heimbach, Heddesdori, Ober- bieber, Sebastian-Engers, Irlich, Neuwied, an der Hausenborner Maria- und der St. Görgs-Kapelle im Sayner Felde ihr noch Nebeneinnahmen verschafft hätte. Der letzte von 59 Äbten, August Müller aus Vallendar, starb, nach der 1803 erfolgten Schließung der Abtei, am 2. Juli 1821 zu Ehrenbreitstein. Das Abteigebäude ist heute weltliches Hofgut.
11. Wülferberg. Unter Leitung des Abtes von Rommersdorf erhob sich 1140 auf dem Berge hinter der Abtei ein Frauenkloster desselben Ordens, zu welchem Ravenger, ein Dienstadeliger der Isenburger Grafen, den Hof Stedebach mit c. 192 Morgen Land geschenkt hatte. Ravenger nahm selbst das Ordenskleid und fällte den Wald Steinebach, welchen der Edle Widerold geschenkt hatte, und baute darauf den Hof
12. Steinebach, den er ebenfalls Prämonstratenserin- n e n als Wohnung zuwies. Dieselben verblieben indes nicht lange dort, sondern siedelten nach Rhetirs bei Königstein im Taunus über. Das Wülferberger Kloster hatte anfangs Gütergemeinschaft mit Rommersdorf, bekam aber 1179 seine eigene Verwaltung. In der Reformationszeit 1521 leerten sich die Räume und das Gebäude, und die Güter fielen der Abtei Rommersdorf zu. Die Kapelle, 1535 durch Brand beschädigt, stand noch 1655. Zur Beschaffung von zum Gottesdienst fehlenden Kirchensachen verlieh Weihbischof Otto von Trier, nachdem er die Kapelle 1655 rekonziliiert hatte, den Wohltätern einen Ablaß von 40 Tagen.
13. Wie in Niederberg, Niederwerth und Vallendar gab es auch in Leutesdorf eine Klause neben der Pfarrkirche, die aber 1480 schon fast ganz zerfallen war. Erzbischof Johann verbesserte mit ihren Gütern die Frühmesse am Kreuzaltar der Pfarrkirche daselbst.
14. R h e i n b r o h 1. Augustiner-Reklusen hatten sich an der Stelle des heutigen Güterbahnhofs angesiedelt. Erzbischof Jakob von Trier stellte „wie seine Vorgänger" diese Klausnerinnen unter die Aufsicht des Abtes von Marienstatt und beauftragte den Pastor von Rheinbrohl mit der Spendung der hl. Sakramente an sie. Im Jahre 1591 ist der Klosterbesitz in den Händen des abgefallenen, tief in Schulden steckenden Grafen Heinrich von Sayn, der ihn an eine Witwe Claur in Schönenberg verpfändete.
15. Rockenfeld. Auch in dem heute protestantischen Dörfchen Rockenfeld, der Pfarrei Hammerstein zuständig, hatten sich w e i b - licheReligiosen, wohl Klausnerinnen, niedergelassen, nach denen noch heute ein Bach in der Nähe der Nonnenbach heißt. Sie verschwanden in der Zeit der Reformation.
16. Hönningen. Die Tempelherren hatten dort 1272 bis 1306 Besitzungen, die aber von da ab in dem Besitz der daselbst errichteten Komthurei der Malteserritter gefunden werden und durch den Nymwegener Frieden nicht verloren gingen. Im Jahre 1803 wurden sie säkularisiert.
