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Einleitung.
Die Notwendigkeit: nach dem Erscheinen des trefflichen Urkunden- buches von Lacomblet für die Geschichte des preussischen Niederrheines ein ähnliches, sich genau an dieses anschliessendes Werk für die Geschichte des Mittelrheines in das Leben treten zu lassen, bedarf keines Nachweises. Aber mehr noch wie dort, sind hier Schwierigkeiten zu überwinden. Der preussi- sche Mittelrhein umfasst nur die beiden Regierungsbezirke Coblenz und Trier. Diese aber sind zusammengestellt aus einer grossen Zahl von sonst selbstständigen Ländern, deren doch keines vollständig in ihrem Umfange liegt. Das grösste Gebiet stellte das Erzstift Trier, dessen rechtsrheinischer Theil jetzt zumeist der Krone Nassau zugehört; Bruchstücke der Kurländer von Mainz und Ff alz, so wie der Nebenlinien des letztgenannten Hauses, die Besitzungen des Hauses Nassau-Saarbrücken und das Herzogthum Luxemburg folgen; an sie reihen sich die Grafschaften Sponheim, Manderscheid- Blankenheim, Sayn-Altenkirchen, Isenburg-Wied,Viryieburg, Nieder-Katzen- elnbogen, die Wild- und Rheingrafschaft u. a. mit grösseren oder kleineren Theilen ihres ehemaligen Umfanges an. Wie die Länder selbst sind auch die Archive zersplittert und zertheilt wordon, und ihre Bestände noch jetzt unvollständig bekannt, mehr oder weniger unzugänglich. Aus allen aber muss geschöpft und ermittelt werden, was zu der beabsichtigten möglichen Vollständigkeit dienen kann. Ausser dem reichen Material des Königl. Pro- vinzial-Archivs in Coblenz bot zunächst die Bibliothek der Stadt Trier mit ihren unschätzbar werthvollen Sammlungen von Urkunden und Diplomatarien die wichtigsten Beiträge; die Staats-Archive von Hessen-Darmstadt und Nassau wurden geöffnet; Bayern, Luxemburg, Hessen-Kassel und Baden werden nicht immer verschlossen bleiben. Seit zehn Jahren wurde mit Sorgfalt gesammelt und vorbereitet. Die gegenwärtige Publication und die Stellung eines sehr massigen Verkaufspreises ist durch die Fürsorge des Direc- toriums der Staatsarchive und durch die Munificenz der rheinischen Provin- zialstände ermöglicht worden.
So erscheint nun der erste Band des mittelrheinischen Urkundenbuches
