gaste hat in gleichem Verhältniss gegen früher erheblich zugenommen. Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert und nachgetragen, daß Exzellenz Oberlandesgerichtspräsident Dr. Hamm in Cöln den Bau der Rengsdorfer Bismarcksäule anregte im Jahre 1901 und dann hierzu eifrig das Sammeln einsetzte. Am 21. Juni 1903 wurde die Säule eingeweiht. Ihre Qesamtkosten betrugen 19 000 Mark. 1904 ward der Springbrunnen errichtet und durch eine zweite Wasserleitung für gutes Trinkwasser Sorge getragen. In diesem Jahre wurde auch die Fremdenliste eingeführt. 1905 wurden' zwei große Tafeln am Bahnhof und Rheinufer in Neuwied aufgestellt und 300 Nistkästchen für Waldvögel beschafft. 1906 wurde Rengsdorf Mitglied des Rheinischen Verkehrsvereins und wurden 2500 Mark für ein Baugrundstück für die katholische Kapelle bezahlt. In diesem Jahre wurden auch die Geiselbuche und viele andere Walddenkmäler bezeichnet. Viele auswärtigen Behörden kamen nach Rengsdorf die Anlagen sich ansehen und studieren. Bürgermeister Wink hatte kein Vorbild und mußte selbst mühsam alles sich ausdenken. Er schuf aber wahrhaft Vorbildliches für andere Kurorte.
1907 entstand eine Schülerherberge in Rengsdorf, — 4383 Gäste; höchster Tagesstand 856 Gäste.
1908. In diesem Jahre verließ Lehrer Becker Rengsdorf, ein Mann, der sich ebenfalls um den Kurort wohlverdient gemacht hatte. 5111 Gäste.
1909. Es wurden viele Kämpfer Südwest-Afrikas auf Kosten der Kurverwaltung hier verpflegt. Lehrer Kröll scheidet ebenfalls aus als Vorstandsmitglied und eifriger Förderer des Kurortes. 5797, höchste Tageszahl 1184 Gäste.
1910. Beginn des Kurhausbaues. Bau der Villa Henkel. Kommerzien- rat Henkel aus Düsseldorf ist mir bekannt als edler Arbeiterfreund und als großer Wohltäter so vieler Armen und Unglücklichen in Rengsdorf und Umgegend. Rengsdorf ist stolz auf ihn. 6782 Gäste.
1911. 7492 Gäste.
1912 Eröffnung des prachtvollen Lesesaales im Kurhause mit herrlichem Ausblick zum Walde. 7811 Gäste. — Mitgliedschaft auswärtiger Verkehrsvereine, u. a. Cöln, Düsseldorf. Ebenso Mitglied des Vereins deutscher Bäder.
1913. 8578 Gäste. Die höchste Tageszahl erreicht. -
Wenn im Jahre 1913 im August die höchste Tageszahl 1514 Kurgäste betrug, so befanden sich im Jahre 1914 ca. 1400 Menschen beim Kriegsausbruch hier, die in den nächsten Tagen verschwanden b s auf 30 Personen, die bis zum Spätherbst blieben.
In den folgenden Kriegsjahren war die Nachfrage nach Wohnungen noch größer als zu Friedenszeiten. Die Ursache davon liegt zum Teil in der großen Beliebtheit des Kurortes, zum Teil in der Tatsache, daß die ausländischen Bäder dem Deutschen verschlossen waren.
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