Wittum und Morgengabe auf das Haus Neuenwied und Brunsberg, die Kirchspiele Ruckerodt, Bieber und das Dorf Heddesdorf anweise.

Am 26. Juni 1685 verpfändet Graf Friedrich zu Wied Haus Braunsberg an Carl Ludwig zu Sayn für eine Perlenschnur mit 51 Perlen, 1 Seidenbett, 6 Ueberzüge für 6 Stühle, 1 Tischteppich, 1 Spiegel, 1 Tisch und Qereldons mit Beschlägen im Wert von 12000 Taler.

Am 19. Oktober 1685 verkaufen Graf Friedrich zu Wied und Johann Philipp Freiherr von Waldendorf-Isenburg-Malsberg an Bertram und Peter Mariotte (aus Lüttich) Holz im Kirchspiel Meischeid zum Verkohlen für ihre (Eisen) Schmelz- und Hammerhütten zu Montabaur, Fallerau (bei Ems) Vallendar, das Klafter (12 :3 1 /* Schuh) für Vio Rtlr. und quittieren über 400 Rtlr. Abschlagszahlung. - Neuwied. 3 Co. Das Geld wurde für Reparierung der Burg Braunsberg und das Wiedsche Contingent in Ungarn verwandt.

Am 9./19. Oktober 1693 tritt Graf Friedrich zu Wied wegen hohen Alters mit seiner Gemahlin von der Regierung der Niedergrafschaft zurück und übergibt sie seinem Sohn Friedrich Wilhelm, bezw. dessen Vormund Graf August zu Lippe. Sie behalten sich ein Gelddeputat, Schloß und Hof Braunsberg und den Hof Schönerlen vor.

1696 Testament des Grafen Friedrich von Wied. Successions- bestimmungen wie 13. Dezember 1694. Seine Gemahlin erhält Haus Braunsberg und anderes.

Wir wollen nach der Aufzählung vorstehender etwas knapp an­gegebener Tatsachen eine zusammenhängende Geschichte der letzten Zeiten vor der Zerstörung der Burg geben, da wir durch die oft wiederkehrenden Namen:Hermann, Friedrich, Wilhelm" der Grafen von Wied etwas verwirrt werden und kaum wissen, ob es Bruder, Vater, Sohn oder Großvater ist. Durch diese zusammenhängende Schlußgeschichte, wo wir auch einige Urkunden wiederholend streifen, wird unser Interesse am Schicksale der Burg lebhafter, da die Ereig­nisse der Vorzeit sich lebendiger unserm Geiste einprägen! Im Grafen Friedrich III. bringen wir zugleich einen der tatkräf­tigsten Vorfahren des jetzt regierenden Fürsten Friedrich zur Geltung!

Am 20. März 1639 verlobte sich Graf Friedrich mit seiner ersten Gemahlin Maria Juliana, des verstorbenen Grafen Philipp Ludwig zu Leiningen Witwe, Frau zu Westerburg und Schaumburg, Tochter des Grafen Reinhard zu Leiningen. Es waren bei dieser Handlung in Westerburg gegenwärtig: Friedrichs Mutter, Juliana Elisabetha, Graf Reinhard, Ferdinand, Johann Ludwig zu Nassau, Ludwig Christoph zu Solms und Friedrichs Bruder, Moritz Christian. Graf Reinhard verschrieb in seinem Testamente seiner Tochter und ihrem Gemahl Friedrich 6000 Gulden, und verpfändete ihnen zur Sicherheit das Schloß, die Stadt und das Land Westerburg. 44