Im August mutete er durch ein Schreiben von Runkel aus an den Fürsten Abt Hermann Qeorg zu Fulda, die Belehnung mit Isen- burg für sich und seine Brüder Moritz Christian, Hermann, Hans Ernst und Wilhelm Ludwig, Ferdinand war tot, bat sich aber, wegen der Kriegsunruhen, zur Reise nach Fulda Ausstand aus. Es tobte ja der furchtbare 30jährige Krieg.

Als er für seinen Bruder Moritz Christian die Huldigung zu Wied hatte einnehmen lassen, war auch die Witwe seines Oheims Johann Wilhelm, Gräfin Magdalena, die zu ihrem Wittum Wohnung und Ein­künfte auf der Wiedburg hatte, mit der Forderung aufgetreten, daß die Wiedischen Beamten ihr huldigen sollten, und hatte sich, auf die Weigerung derselben, mit Klage über Beeinträchtigung durch Friedrich, an den Kaiser gewandt.

Die kaiserliche Kommission forderte den Grafen auch über diese Verhältnisse zur Verantwortung auf!; da erklärte dieser, daß er seine Base keineswegs in ihrem Wittum beeinträchtigen wolle. Die älteste Tochter von dieser aber, Johanna Walburgis, welche, nebst ihren beiden Schwestern, unverehelicht blieb, führte von nun an in ihrem eigenen Namen gegen Friedrich Beschwerden über Entziehung von Allodialgütern, und unterhielt den Streit zwanzig Jahre lang.

Friedrich beschwor in Dillenburg den 15. August 1640 den Wiedischen Stammverein, und verglich sich drei Tage darauf mit seinem Bruder Moritz Christian, unter Vermittelung der Grafen Lud­wig Heinrich, Georg Ludwig zu Nassau-Katzenelnbogen und der Gräfin Witwe Anna Margaretha zu Solms, kraft der Grundteilung von 1595 und 1613 dahin, daß beide Brüder, in Betreff der Forderung von Seiten der Gräfin und Fräulein Johanna Walburgis zu Wied, der Forderung der Gräfin Witwe Philipp Ludwigs des Jüngeren zu Dillen­burg, der alten und neuen Schulden ihrer Vorfahren, und der Forde­rung der Gräfin Witwe Philipp Ludwigs des Aelteren, Ernestina, für einen Mann stehen wollten. Ihre Mutter, Juliana Elisabeth, sollte den Dierdorfischen Teil als Wittum haben; ihre Brüder und Schwestern wollten sie befriedigen, und mit der Gräfin Ernestina sich abfinden. Diese hatte vor kurzem sogar durch eine Anzahl Reiter das Schloß und den Ort Runkel eingenommen; doch zogen sich diese bald wieder nach Vilmar zurück. Friedrich wählte nun für sich die untere Graf­schaft, und Moritz Christian nahm die obere und die Burg Runkel in seinen Besitz. Friedrich bezog jetzt die Burg Braunsberg mit seiner Gemahlin und ihrem am 9. Juli geborenen ersten Sohn Georg Hermann Reinhard.

Im Laufe dieser Verhandlungen wurden die Klagen der Untertanen in der oberen Grafschaft über fortwährende Gewalttätigkeiten des kaiserlichen Kriegsvolkes auf dem Westerwalde öfters wiederholt. Unter anderem raubten sie im November zu Ransbach 50 Stück

Rindvieh.

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