Ein Hoffnungsstrahl der Friedenssonne schimmerte jetzt im Jahre 1641 durch das finstere Zeitgewölk, aber nur flüchtig vorüber, als die kriegführenden Mächte in Hamburg zu Präliminarien zusammentraten, diese jedoch von dem Kaiser verworfen wurden, weil nach dem Tode Bernhards von Weimar und des Schwedenfeldherrn Banner die Sache des katholischen Bundes wieder zu gewinnen schien.
An diesen hatte sich der Herzog Karl von Lothringen angeschlossen, behandelte nun mit seinen zügellosen Haufen das Erzstift Trier feindlich und blieb seitdem auch für unsere Rheingegend viele Jahre hinfort ein Bedrücker.
In der zweiten Hälfte dieses Jahres wurde dem Grafen Friedrich zu Wied auf Braunsberg der zweite Sohn Ferdinand Franz geboren.
Die letzten Monate zogen hessische und französische Krieger von der Heeresabteilung Bernhards von Weimar, unter Guebriant und einem Grafen von Eberstein, durch unsere Grafschaft in das kölnische Land, wo sie im Januar 1642 bei Kempen über Lemboi und Mercy siegten.
Der Graf Friedrich wurde in dem Rechtsstreite, den die Gräfin Johanna Walburgis zu Wied gegen ihn betrieb, um durch die kurkölnische Kommission ihre Allodialgüter zu behaupten, und wegen der Ansprüche an ihn, die Philipp Ludwig des Aelteren Witwe Ernestine dem kölnischen Hofgerichte vorlegte, von dem Kurfürsten Ferdinand zu Cöln vorgeladen.
Johanna Walburgis wurde in ihrem Besitz gelassen; die Beendigung dieser Streitsachen aber erfolgte erst lange nach dem Westphälischen Frieden. Von den Schwestern dieser Walburgis, Juliana, Magdalena und Amalia verlautet nichts weiter.
Das alte Wiedische Stammhaus Isenburg hatte bis jetzt noch die halbe Herrschaft Cleeberg besessen; diese kam nun durch einen Vertrag an Hessen.
Der Graf Moritz Christian zu Wied-Runkel vermählte sich in diesem Jahre mit Katharina Juliana, Tochter des Grafen Philipp Ludwig zu Hanau und Rieneck und der Prinzessin Katharina Belgica von Oranien-Nassau, geboren 1604, Witwe des Grafen Albrecht Otto zu Solms, Frau zu Münzenberg, Wildenfels und Sonnenwald. Zeugen der Vermählung waren die Brüder Friedrich, Hermann und Johann Ernst zu Wied, welche in der Urkunde besonders anmerkten, daß sie sich in streitigen Fällen den Vorzug ihres und des gräflichen Hauses Wied Stammvereins vorbehielten.
Moritz Christian baute seitdem das zum Teil zerstörte Schloß Runkel in bewohnbarem Zustand wieder aus. Von dem traurigen Vorfalle, in welchem er die Grafschaft Runkel fand, zeugen folgende Angaben: Das Dorf Schuppach zählte noch 12 Häuser, Oberdiefenbach 13, Dernbach 9, Holzhausen 7, Eschenau 4, Wirbelau 5.
Obschon nun im Jahre 1643gleich zu Friedensverhandlungen in Osnabrück und Münster ein langsamer Anfang gemacht wurde, so waren doch 46
