im Süden und Norden von Deutschland die Waffen noch in blutiger Bewegung, dort zwischen Franzosen, Deutschen und Schweden, hier zwischen Schweden, Oesterreichern und Dänen, unter Torstenson und Qallas, und auch unsere Waldgegend bis an den Rhein herab konnte sich noch keiner sicheren Ruhe erfreuen. Unser Uferstrich mußte die Kaiserlichen auf Ehrenbreitstein unterhalten. Es wurden von kleinen Kriegerhaufen, welche vorüberzogen, Forderungen erzwungen. Die Talbewohner zu Isenburg wurden im Jahre 1644 von dem Obristen Mandersloo zu einer Kontribution genötigt. Die Abtei Romersdorf bat den Grafen Friedrich, daß er sich bei der Hessischen Regierung um eine Sicherheitswache, insbesondere um Befreiung von Lieferungen verwenden möchte, die der Kommandant des Saynischen Burgorts Freußberg von dem Kloster begehrte, das er mit Exekution bedrohte. Friedrich schrieb deshalb an die Landgräfin Amalia Elisabeth, Witwe Wilhelm V. nach Kassel. .

Unserm Grafen war in dem vorigen Jahre der dritte Sohn, Friedrich Melchior, geboren worden, im Jahre 1644 wurde ihm Johann Ernst, und in dem nächstfolgenden Franz Wilhelm getauft.

Seiner Gemahlin Maria Juliana Geldforderung an Westerburg war unbefriedigt geblieben, und die Ursache eines Streits zwischen Wied und Westerburg geworden, dessen zwölfjährige Fortdauer Nassau- Dillenberg durch eine Kommission nicht verhüten konnte.

Der Graf Moritz Christian zu Wied-Runkel, in Irrungen mit Johann Ludwig zu Nassau-Hadamar über das aufgehobene, und von Nassau und Wied 1615 zu einem Hospital eingerichtete Kloster Besselich, über rückständige Gefälle, Markt- und Atzungsgerechtigkeit daselbst, wurde, aus Mangel an den verloren gegangenen Schriften über die Einziehung und Verwandlung dieses Klosters, im Februar zu einem nachteiligen

Vergleiche vermocht.

Im August 1645 erging ein kaiserliches Ausschreiben an die Grafen zu Wied, zu den Friedensverhandlungen nach Munster und Osnabrück einen Gesandten abzufertigen.

Der Graf Friedrich unterzeichnete am 19. April desselben Jahres auch die Wetterauische Grafenvollmacht zu dem Westphai.schen Frieden. Die Unterhaltung des Briefwechsels und des Deputierten bei dem Wetterauischen Grafenkollegium, sowie der Beitrag zur Ver­pflegung der Besatzung zu Friedberg, kosteten dem Hause Wied be­trächtliche Summen.

Die angefangenen Friedensberatungen in Westphalen hatten das Kriegsgetümmel aus dem Westerwalde entfernt. Die Zeit bis zur Feststellung der Verhältnisse unter den Deutschen Reichsstanden wurde in der Grafschaft Sayn von den Grafen Wilhelm Philipp, Lud­wig Albrecht und Abgeordneten der Grafen Ludwig Casimir, Ernst, Johann und Christian von Wittgenstein benutzt. Christian nahm jetzt mit Gewalt das Amt Altenkirchen ein. Hachenburg hatten Osna­brückische Soldaten besetzt. Bendorf wurde auf Entscheidung des

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