Reichshofrates der Abtei Laach zurückgegeben. Nach dem Ausspruche und Befehle dieses Gerichts sollte Kurköln der Gräfin Witwe Juliana Luise von Sayn-Wittgenstein Hachenburg übergeben; aber nicht allein Cöln, sondern auch Kurtrier, welches der Gräfin sogar Freußberg wieder entzogen hatte, widerstrebten der Gerechtsame der Sayn- Wittgensteinischen Erben, bis der Westphälische Friede zu ihren Gunsten entschied. Bis dahin blieben die Festen der Grafschaft Sayn, auch die in unserer Nähe, von Kriegern des schwedisch-deutschen und französischen Bundes besetzt.

Solche Besatzung hatte bisher auch die Trierische Burg Hammer­stein. Als der schwedische General Wrangel sich dem Rhein näherte und im Hessischen mit dem französischen Heere unter Turenne im August 1646 vereinigte, um in Bayern einzudringen, da überließen sie Hammerstein dem Feinde; die Feste wurde von Lothringern bezogen. Seitdem wurden die umliegenden Ortschaften vielfach mißhandelt. Wiedische Leibeigene mußten auf Hammerstein arbeiten; Wiedische Untertanen wurden von dem Obristen Lukas Spick, Befehlshaber auf Ehrenbreitstein, zu Schanzarbeiten gezwungen. Seit dem vorigen Jahre arbeiteten dort täglich 50 Mann aus der unteren Grafschaft - Rohe Krieger unter dem Generalfeldmarschall von Gelen raubten seit den letzten Monaten des vergangenen Jahres in der Wiedischen Herr­schaft Grenzhausen, und die Dörfer Fahr, Rodenbach, Oberrod, Segen­dorf und andere mußten ihre Schutzwache teuer bezahlen. Friedrichs Vorstellungen bei Gelen fruchteten nichts. Der Obrist Goldacker auf dem Siegberg erpreßte von dem Grafen Friedrich Geldzahlungen; nach Andernach mußte er monatlich 150 Taler abgeben; der Obrist Jäger, Kommandant zu Hammerstein, ließ seine Leute, die keinen Sold erhielten, in Hüllenberg, Gönnersdorf und Wollendorf plündern; der Obrist Spick fordert von Friedrich im Juli 150 Malter Korn und Gerste, und Friedrich muß sie, nachdem er an den Feldmarschall Grafen von Holzapfel vergebens geschrieben, im August abliefern.

Zu diesen Erschöpfungen der unteren Grafschaft, die noch lange Zeit fortdauern sollten, kam jetzt die Ankündigung der Schuldsumme an die Herren van der Leyen, die in dem Jahre 1575 von dem Grafen Johann IV. zu Wied aufgenommen und unter den Nachfolgern des­selben angewachsen war. Friedrich mußte sie auf bessere Zeit, ins­besondere bis zu dem Austrag des Prozesses mit der Gräfin Johanna Walburgis, welche von Kurköln in dem angemaßten Besitze nieder- wiedischer Allodialgüter erhalten wurde, vertrösten. Er ward in diesem Jahre Vater des sechsten Sohnes, Karl Christoph, der aber nur vier Jahre lebte. In dem folgenden wurde ihm Juliana Ernestina geboren.

Die Räubereien von Ehrenbreitstein aus wurden in den Orten um Grenzhausen fortgesetzt, vornehmlich an Heu. Einer monatlichen Contribution, die Spick von Wied forderte, wurde Friedrich über­hoben, da er sich an den General Lemboi gewandt hatte. Als die Heerhaufen dieses kaiserlichen Generalfeldmarschalls sich im Februar