1648 auf der linken Rheinseite anschickten, den Hessen in dem Herzogtum Jülich entgegenzuziehen, begehrte der kaiserliche Proviantkommissar Krüger in Andernach von Wied noch 100 Malter Hafer, 20 Ohm Wein, 40 Ohm Bier und 10 Stück Rinder. Es wurden noch immer monatlich auch Contributionssummen nach Andernach geschickt. Bei Grevenbroich verlor Lemboi ein hartnäckiges Treffen, in welchem Friedrichs Bruder, Graf Johann Ernst zu Wied, der unter dem Landgrafen von Hessen als Obrist eines Reiterregimentes diente, in kurze kaiserliche Gefangenschaft geriet. Im November hatte Friedrich auch an Hessen eine Kriegsforderung zu entrichten.
Friedrichs vierte Schwester, Amöna Amalia, vermählte sich in diesem Jahre mit dem Grafen Ludwig Christoph zu Solms, Herrn zu Münzenberg, nach dem Willen ihrer noch lebenden Mutter, der Gräfin Juliana Elisabeth zu Wied, geborenen Gräfin zu Solms.
Von den älteren Töchtern dieser Gemahlin Hermanns II. war Walburgis Magdalena dem Kaiserlichen Stift zu Herforden zugetan, katholisch geworden, und stand demselben noch lange als Dekanissin vor, Johannette Maria ward Gemahlin des Grafen von Sayn-Wittgen- stein Ludwig Albert, die Mutter Karl Ludwigs, der zu Neumagen seinen Sitz nahm, und der Gräfinnen Charlotte Cleonore und Albertine Elisabeth.
Graf Friedrich hatte in der letzten Zeit, vermutlich aus Mangel an Wohnungen für die zahlreichen Angehörigen der Familie, auf dem Hofgrunde seiner Altvordern, in dem verheerten Langendorfe, in der Nähe des Rheinstromes eine neue Behausung erbauen lassen, nannte diese sein Haus zu Langendorf, wohnte jetzt hier und erließ ver-~ schiedene Schreiben d. d. Langendorf. Dieser Bau sollte das Dorf Langendorf wieder ins Dasein bringen, ward aber der Anfang einer Stadt. Den Landsitz umgab ein Weingarten, der in guten Jahren 100 Ohm des besten Bleichart erzeugte. Oberhalb desselben entstanden noch einige Häuser unter gleichem Namen. Zur Aufnahme des neuen Ortes trugen die Beschlüsse des Westphälischen Friedens das Hauptsächlichste bei, der, am 24. Oktober zustande gebracht, unserm Rheinlande und dem Wiedischen Gebiete zwar keine Befreiung von den unsäglichsten Lasten und Qualen, die vielmehr noch ein halbes Jahrhundert hindurch sich erneuerten, doch aber bürgerliche Ordnung und Sicherheit im allgemeinen herstellte.
Es reifte bei Friedrich allmählich der Plan, an der Stelle der Höfe des alten Langendorfs eine Residenz und eine Stadt, mit dem Namen »Neuenwiedf, wie er schon sein kleines, jetzt noch nicht vollendetes Schloß nannte, zu gründen, als Freistätte für alle, sowohl geduldete als berechtigte Religionsverwandte, und eine Anzahl der vielen nützlichen Menschen, die ihre verheerten Wohnsitze verließen und nach den freien Niederlanden zogen, zum Vorteil seines Landes aufzunehmen.
Bevor jedoch dieser Entschluß zur Ausführung gedieh, soll Friedrich für das neue Wied die von Rheinüberschwemmungen freie Hochebene
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