bei Wollendorf und Feldkirchen ausersehen gehabt, und deswegen an dem Fuße derselben, an derhohen Lerz" zwischen Irlich und Fahr, auf felsigem Rheinufer, das Schloß angelegt haben, dem er den Namen Friedrichsstein gab, und dessen Bau ihm in den folgenden zwanzig Jahren so große Kümmernisse und so vielfache Kränkungen zuzog. Wahrscheinlich aber bestimmte ihn dann zur Wahl der wirklichen Lage der Stadt Neuwied das Bedürfnis nahen Ackerlandes, welches jenen Dörfern durch einen neuen Ort geschmälert worden, und des­halb der Wiedmündung zu entlegen gewesen wäre. Vielleicht bewog den Grafen zu jenem Schloßbau auch ein anderer Grund.

Sein Schloß Friedrichstein, wahrscheinlich deswegen angelegt, um die früher schon bemerkte und nun offenbare Absicht der Trier­ischen Regierung, des ganzen Rheinufers von Hönningen bis an die Lahn Herr zu werden, zu vereiteln, strebte nun Friedrich die Voll­endung zu beschleunigen. Er forderte von seinen Untertanen zwei­undfünfzig Frohntage im Jahre, suchte sie aber auch von dem Grunde und der Notwendigkeit seiner Auflagen soweit zu überzeugen, als es notwendig schien. Diejenigen, erklärte er im April 1660, die bis zur Tilgung der Leyen'schen Schuld monatlich ein und ein Viertel Monats­geld erlegen würden, sollten keine andere außerordentliche Steuer bezahlen und diese Auflagen nachher aufhören. Der kaiserliche Reichshofrat ernannte auch für diese Angelegenheit des Grafen Friedrich eine Kommission auf Kurköln. Pfalz fühlte sich beleidigt und ersuchte Köln, den Grafen von Wied als Pfälzischen Lehnsträger von dem kaiserlichen Hofe an seinen Lehnsherrn zu verweisen, über­haupt sich in diese Zwistigkeiten nicht einzulassen. An Trier schrieb die Pfälzische Regierung im Mai: es möchte seine Lehensuntertanen im Wiedischen nicht länger mißhandeln lassen. In demselben Monate widersetzten sich ferneren Diensten und Abgaben die Gemeinden in Segendorf, sowie Ober- und Niederbieber, Datzeroth, und gleichen Un­gehorsam zeigten bis in den Herbst Fahr, Gönnersdorf, Rodenbach und Heddesdorf. Nun nahm sich aber der Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln des Grafen Friedrich mit Nachdruck an. Er befand sich im August auf dem erzbischöfliclien Schlosse zu Linz, von wo er dem Grafen meldete, daß die Schwester desselben, Elisabeth Katharina, verwitwete von Paland, wegen ihres noch rückständigen Heiratsguts zu einem Vergleich geneigt sei. Als kaiserlicher Commissarius über die Wiedischen Streitsachen sandte er Subdelegierte nach Leutesdorf und ließ alle Widerspenstigen mit Strafe bedrohen. Die Bewohner des Kirchspiels Feldkirchen fürchteten Gewalt und entwichen zum Teil aus ihren Dörfern. Die kölnischen Untercommissarien erließen daher im September eine Edictalversicherung an das Gericht zu Feld­kirchen, daß den Zurückkehrenden keine Leibesstrafe widerfahren sollte, nur die Rädelsführer ausgenommen. Zu Anfang des Novembers verlangte Friedrich von Kurtrier Soldaten, um die von Trier lehn­rührigen Ortschaften zur Unterwerfung zu bringen, wurde aber an 50