ein und übertrug bis zu dessen Volljährigkeit dem Vormunde auch die Landesregierung. Die Obergrafschaft nebst dem halben Kirchspiel Mayscheid bestimmte er aufs neue, zufolge des Vergleichs von 1692, für seinen Enkel Maximilian Heinrich und dessen Geschwister, nach -seines Neffen Ludwig Friedrichs Tode. Dieser letzte Wille Friedrichs wurde von dem Notarius Siegmund Reuter bekräftigt und von Johann Heinrich Bardel und Levin Fischer mit untersiegelt.

Wegen der Erbfolge in der Grafschaft Wied-Runkel hatten sich neuerdings zwischen Ludwig-Friedrich und den Vormündern Maxi­milian Heinrichs Zwistigkeiten entsponnen. Es kam jetzt zu einem Vergleiche, nach welchem die Sequestration der Grafschaft aufgehoben und die Regierung derselben, da die kaiserliche Bestätigung der Ueber- gabe erfolgt war, dem Grafen Johann Anton von Leiningen-Wester- burg, Präsidenten des Reichskammergerichts, anvertraut wurde.

Im Jahre 1698, am 3. Mai, nachmittags 1 Uhr, entschlief der Graf Friedrich in Neuwied, in der Hälfte seines achtzigsten Lebensjahres. Sein Leib wurde am einundzwanzigsten Juni in der reformierten Kirche zu Neuwied beigesetzt. Friedrich liebte Abwechslung seines Aufenthaltes, auf Braunsberg, auf der Seeburg in dem dort an dem großen Weiher von ihm erbauten Landhause, Fischhausen genannt; auf dem nicht weit von der Seeburg entfernten Gute Schönerlen, auf dem Hofgute in dem schönen, von ihm benannten Friedrichstale, zu Friedrichstein und zu Neuwied. Seine vierte Gemahlin, die Gräfin Conradina Louise, überlebte ihn sechs Jahre. Sein Sohn und erb­licher Nachfolger zu Wied-Neuwied, Friedrich Wilhelm, stand, nun im vierzehnten Lebensjahre, noch vier Jahre unter der obengenannten Vormundschaft und erhielt seine weitere Ausbildung bis zum Regie­rungsantritt in Berlin. Am zweiten November 1705 starb Friedrichs Witwe, die Gräfin Conradina Louise, auf Braunsberg und wurde am 21. Dezember in der Gruft ihres Gemahls beigesetzt.

Das neue Residenzschloß des Grafen in Neuwied erhob sich von dem Mai 1707 an, und wurde in den folgenden fünf Jahren, bis aut "die Seitengebäude, vollendet.

Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts war das gräfliche Schloß Braunsberg noch bewohnbar und wurde auch vorübergehend von Mitgliedern der gräflichen Familie bewohnt.

Es wurden aber stets unterschieden das Schloß Braunsberg und das Haus Braunsberg.

Baureparaturen der Brunnenleitung am Haus und an den Stal- 'ungen werden in den Archivalakten wiederholt erwähnt, wahrend fast ke ine Baureparaturen vom Schloß erwähnt werden.

Im Jahre 1568 mußte ein Giebel am Braunsberger Haus, welcher über der Herrschaft Stall ging, niedergerissen werden. 1674 wird der Hof vom Grafen Friedrich neu verpachtet. 1675 wurden 157 Reichs­ter auf Schloß Braunsberg verbaut. 1695 wurden 254 Reichstaler

Baukosten verwendet.

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