gegen ihn vor, so daß schließlich der Bischof von Trier sich gezwungen sah, den Pfarrer Breid anderweitig zu verwenden. Nun konnte sich die Reformation ungehindert in Rengsdorf ausbreiten. Aus den Revisionsberichten der evangelischen Prediger in späteren Jahren wird aber darauf hingewiesen, daß das Volk sich immer noch zu sehr nach Messen sehne und daß man ihnen diesen Unsinn ausreden müsse. Auch mußten diesen Berichten gemäß noch an allen Muttergottes- festen, am St. Matthiasfeste und am Feste Peter und Paul Predigten gehalten werden.
Ueber den letzten katholischen Pfarrer Peter Breid in Rengsdorf haben wir im I. Kapitel S. 12 uneingeschränkt, ohne jeden Abstrich, — weil der Historiker sachlich, objektiv schreiben muß, ohne Ansehen der Person, — den Bericht der Kommission gebracht, die behufs Einführung der Reformation in der Pfarrei Rengsdorf u. a. auch über die Vernachlässigung der Sakramentspendung und nachlässigen Krankenbesuch seitens des letzten katholischen Pfarrers berichtete. Und da in den späteren Revisionsberichten auch offen zugegeben wird, daß nach der Reformation die Einwohner Rengsdorfs noch immer Abhalten von Messen und Marienpredigten verlangten und daß große Sittenlosigkeit (cf. auch Reck) eingerissen sei, — wozu natürlich auch die traurigen Verhältnisse des 30 jährigen Krieges beitrugen, — so müssen wir zugeben, daß obiger Bericht auf Wahrheit beruht. — Daß aber Pfarrer Breid doch nicht so ganz der nachlässige Pfarrer gewesen sei (in sittlicher Hinsicht war ihm kein Vorwurf gemacht worden), das beweist die Treue der Kurtscheider zu ihrem Pfarrer Breid sowie auch die Versetzung des Pfarrers Breid an eine andre Pfarrstelle der Erzdiözese Trier. — Und gesetzt auch, daß Pfarrer Breid und viele andre Pfarrer ihre Pflicht gar nicht erfüllt hätten, so ginge in Erfüllung, was Papst Leo XIII. aussprach, als er allen Gelehrten aller Konfessionen die Archive des Vatikans öffnete: „Laßt nur alle ruhig die Fehler und Sünden der Päpste, Bischöfe und Priester erfahren! Alle sollen erkennen, daß, wenn die Kirche Gottes von Menschen, von unwürdigen Päpsten, Bischöfen und Priestern abhängig wäre, sie längst hätte zugrunde gehen müssen. Daß Gott dennoch wunderbarerweise die Kirche erhielt, beweist, daß sie etwas Göttliches, eine Anstalt Gottes ist."
Kurtscheid war um diese Zeit ein Dörfchen von nur elf Haushaltungen. Als nun Rengsdorf sich vom katholischen Glauben ab- Wandte, da erging auch an die Kurtscheider die Aufforderung, sich dem Hauptpfarrort anzuschießen. Die Kurtscheider jedoch beschlossen einstimmig, katholisch zu bleiben. Um sich nun dem Drucke, den die wiedische Regierung auf ihre Untertanen, bezüglich der neuen Lehre ausübte, zu entziehen, rissen sie jene Häuser, die auf wiedischem Gebiete lagen, nieder und bauten sich auf kurkölnischem Gebiete an. Mitten durchs damalige Dorf ging die Grenze beider Gebiete. Der größere Teil lag im Kurkölnischen. Wegen der Aecker, Wiesen und
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