nossenschaft und gab mit seiner Schwester, der Königin von Rumänien, große Geldsummen zum Bau einer Beerenfabrik. Seine Kammer- direktoren, zuletzt Exzellenz Generalleutnant von Hepke, wurden die Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Herr Kammerrat Stadler und Herr Ober-Rentmeister Zimmermann waren treue Freunde der Genossenschaft bis zur Auflösung.
Die neue Genossenschaft zahlte bereits im ersten Jahr 900 Mitglieder und erbaute in Kurtscheid eine Heidelbeerwein-Kelterei, zu •der außer den vorgenannten hohen Persönlichkeiten auch Carmen Sylva, die Königin von Rumänien, eine namhafte Summe spendete. Dem Pfarrer, der als Direktor fungierte, übertrug nun die Oberpostdirektion in Koblenz auch noch eine Postagentur. Eines Tages sah Pastor Schütz in seiner Eigenschaft als Direktor der Genossenschaft in seinem bescheidenen Pfarrhaus acht Landräte und andre hohe Beamte des Westerwaldes. So sehr hatte er es verstanden, andre für seine Ideale zu begeistern. Nach der Heidelbeerernte 1896 hatte ■die Genossenschaft 80000 Liter Heidelbeerwein im Keller, daneben Himbeersaft, Johannis- und Stachelbeerwein, Brombeermarmelade und Brombeerwein. Und nun erwies es sich, daß mit der raschen Entwicklung der Genossenschaft und ihrer Produktion die Absatzmöglichkeiten nicht gleichen Schritt gehalten hatten. Schütz sah ein, daß hier kaufmännisch geschulte Kräfte nötig waren und trat bescheiden zurück von dem Unternehmen, für das er unermüdlich tätig gewesen war. Heute geht es in etwas kleinerem Umfange in Neuwied unter sachkundiger Leitung seinen geregelten Gang zum Besten des ganzen Westerwaldes.
Der Gründer aber hatte sich durch den Kirchenbau und die Tätigkeit als „Direktor" 50000 Mark Schulden aufgeladen. Um diese rascher los zu werden, errichtete er mit Erlaubnis der Regierung und des Erzbischofs eine höhere Schule in Köln-Ehrenfeld, deren Rektor er wurde. Seine Examina als Oberlehrer und Rektor machte er zu derselben Zeit in Bonn und Koblenz. Die Anstalt blühte und hatte bereits im dritten Jahre 140 Schüler, sodaß sie von der städtischen Verwaltung kontraktlich übernommen und zu einem Progymnasium ausgestaltet wurde, aus dem sich dann das heute 600 Schüler zählende Schiller-Gymnasium entwickelte. Schütz war noch einige Zeit als Regionslehrer am Progymnasium tätig und wirkte hierauf als Oberlehrer am Bischöflichen Gymnasium zu Montigny (Lothringen) bei Metz.
In Ehrenfeld ergriff er nochmals die Initiative in einer sozialen Angelegenheit, und zwar durch einen Aufruf an die Kölner, betreffend die Errichtung eines Vereins zur Vermittlung von Heimarbeit für die bedürftigen Gegenden des Rheinlandes. Der Plan fand bei maßgebenden Persönlichkeiten und Behörden wärmste Sympathie, wurde aber nicht verwirklicht, weil Schütz selbst mit der Leitung seiner Schule und Vorbereitung auf seine Examina vollauf zu tun hatte und sich der Sache nicht mehr widmen konnte.
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