1913 fand dann wieder zum dritten Male eine hl. Mission in Kurt­scheid statt. Der Verfasser dieser Schrift kann den Herrn Lellmann nicht von Kurtscheid scheiden lassen, ohne ihm hier ein Wort des Dankes zu sagen für die große Gastfreundschaft, die er ihm erwiesen bei seinem Besuche in Kurtscheid. Und nicht allein das: Wenn das. Wort:Die einen säen, die anderen ernten", vielfach sich am Seel­sorger erfüllt, so waren doch meine Nachfolger, sobald die Hunderte der von mir gepflanzten Obstbäume anfingen, reichliche Frucht zu tragen, anders gesinnt. Sie waren so gütig und dankbar, daß sie mir jeden Sommer und Herbst Kisten und Körbe voll Obst sandten und: zwar von den besten Sorten. Das tat Herr Lellmann, das tut Herr Schäfer, und letzterer tut noch ein Uebriges bei diesen traurigen' Kriegszeiten, wo der Städter oft am Hungertuche nagen muß. Herr Lellmann, der ein gewandter Redner, besonders auf der Kanzel war, den die Kurgäste so gerne unter sich sahen, hatte auch das Vereins­wesen, besonders den Arbeiterverein, sehr gefördert, sowie auch die Vorbereitungen zum Bau der katholischen Kapelle für die Kurgäste zu Rengsdorf. Nach segensreichem Wirken in Kurtscheid wurde er am 8. Dezember 1915 als Pfarrer nach Kempenich, einer großen und reichen Pfarrei im Dekanat Adenau, versetzt.

Im folgte am 21. Dezember 1915 der Kaplan von Gebhardshain, Joseph Schaefer, als Pastor von Kurtscheid. Ein seltsames Zu­sammentreffen wollt es, daß die drei letzten Kurtscheider Seelsorger alleJoseph" hießen, offenbar deshalb, weil sie sich alle drei mit dem so notwendigen Kapellenbau in Rengsdorf und der immer baufälligeren' Kirche in Kurtscheid sorgenvoll zu beschäftigen hatten, wobei sie ihren hl. Patron recht oft in Anspruch nehmen mußten. Bei ander­weitiger Verwendung des tüchtigen Jugendbildners, des Lehrers Faber, dessen erbauliches Orgelspiel bald arg vermißt wurde, trat dann Fräulein Voosen aus Bonn als Lehrerin. Dieselbe suchte durch riesigen Fleiß den guten Namen der Schule hochzuhalten. Herr Pastor Schaefer betrieb wie sein Vorgänger recht eifrig die Vorarbeiten zum Bau einer katholischen Kapelle zu Rengsdorf. Es gelang ihm, zu einer alle Teile befriedigenden Lösung zu kommen. Als ihm im Winter 1917 ein Teil des abgefaulten Kirchengewölbes zu Kurtscheid einstürzte, sah er sich gezwungen, einen Kirchenbauverein im Juni 1917 zu gründen, da die Kirche zu klein geworden und das Kirchendach und Qewölbe ganz morsch geworden waren. Die guten Kurtscheider, die alles für die Verherrlichung des Qotteshauses bisher getan hatten, gaben am ersten Sammeltage ihm sofort mehrere tausend Mark. Herr Schaefer war erstaunt über den Opfergeist der Kirchengemeinde Kurtscheid. Er teilte dies dem Schreiber dieser Zeilen in seiner Herzensfreude mit, und letzterer half dann mitsammeln, indem er sich persönlich an hoch­gestellte Katholiken und Industrielle dieserhalb wandte. Herr Schaefer 84