Rente von 450 kölnische Mark bis ein Jahr nach ihrem Tode, ferner eine Summe von 600 kölnische Mark in Jahresraten von 100 Mark vom nächsten Osterfest an. Die Rente wird angewiesen auf erzbischöfliche Einkünfte: den Zoll, das Punderamt (Wollamt), und die Grut (eine Art Hopfen, die man beim Bierbrauen verwandte) zu Cöln usw. Doch darf sie Zoll, Punderamt und Qrut nicht verpachten ohne den Rat des Propstes Heinrich von St. Aposteln und des Domküsters Philipp. Die Mannen, Burg-, Dienst-, Turmleute und Pförtner von Wiede sollen ihm und dem Stift für seine Lebenszeit hulden, dann aber wieder der Gräfin, der sie auch die Burg und die vorgenannten Dörfer zurückgeben sollen, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Neue Burgleute kann er nur mit dem Willen der Gräfin einsetzen. Er wird beim Papst einen Konservator erwirken, der über die Ausführung dieser Urkunde und der des Erzbischofs Konrad wacht. Seinem Nachfolger soll die Gräfin, wenn er die bestehenden Verträge anerkannt und gegebenenfalls versäumte Zahlungen nachholt, auch ihrerseits die Vertragsbestimmungen halten.
Es wird genau bestimmt, was die Gräfin für ihre Lebenszeit behält, u. a. die Neuerburg, das Kirchspiel Breytbach usw. (Reg. C. Erzb.)
III. Periode.
Die Neuepbupg wird rechtlicher Besitz der Cölnep Erzbischöfe.
Die Gräfin Mechtildis vermacht in einer Urkunde vom Jahre 1263 die Neuerburg rechtlich dem Erzstift Cöln. Bis dahin war das Eigentum der Neuerburg strittig (Vielleicht waren die Erzbischöfe durch das vom Jahre 1190 erwähnte Güterverzeichnis irre geführt worden.) zwischen den Erzbischöfen von Cöln und der Gräfin Mechtildis. Hier setzt also die III. Periode der Neuerburg ein, da sie nun volles Eigentum der Cölner Erzbischöfe ist. Weil die Gräfin Mechtildis in beiden Perioden gelebt hat, möchten wir, nach den oben angeführten Streittragen über ihre Herkunft, hier ein erbauliches Gesamtbild über sie einschalten, da sie die Hauptrolle auf der Neuerburg gespielt hat.
Ä) Gesamtbild der Gräfin Mechtildis.
Nach dem Gelehrtenstreit der Historiker über den Ursprung, über die Abstammung der Gräfin Mechtildis ist es wohl am Platze, über diese so energische und edelgesinnte Gräfin, die die Hauptrolle auf der alten Neuerburg gespielt hat und in der Ueberlieferung des Volkes als eine hervorragende, außergewöhnliche Frauengestalt bis zu unseren Tagen fortlebt, eine kurze Lebensbeschreibung zu geben,
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