gerühmt, daß er in seinem Todesjahre ein ganz christliches Testament gemacht habe, nach welchem seine Gemahlin Mechtildis von gewissen Grundstücken 200 Mark jährlicher Einkünfte zur Vergütung aller von ihm angerichteten Schäden, zur Rückgabe alles ungerechten Gutes, und zur Tilgung jeder Schuld anwenden und, wenn niemand mehr Forderungen machen könne, jene Grundgüter dem Deutschen Ordens­hause zu Breitbach übergeben sollte. Für die der Kirche Trier zustehen­den und von ihm genommenen Güter zu Vallendar wies Mechtildis, um ihres Gemahls Seelenheil nicht zu verzögern, dem Erzstift Güter an der Mosel an, welche sie von der Abtei Rommersdorf gekauft hatte. Sein Haus zu Cöln in der St. Severins-Pfarrei vermachte er, falls seine Gemahlin keinen Sohn mehr bekäme, mit allem Zubehör den Cister- cienser-Nonnen des von Mechtildis gestifteten Klosters Seyen oder Sion.

Als Graf Heinrich Ende 1246 in der Christwoche im Sterben lag, stand ihm der Abt von Marienstatt, der Abt von Heisterbach und der Kloster­bruder Heinrich von Raspe bei. (Dieser Heinrich von Raspe war kein anderer als der berühmte Heinrich von Ofterdingen, der dort, nach Hermes, im Kloster mit seinem Sohne Heinrich als Mönch lebte. Simrock sagt, daß man wenig von ihm wisse. Mit Absicht verbarg der Wart­burger Sänger sich mit seinem Sohne im stillen Kloster, fern vom Geräusch der Welt.) Der sterbende Graf setzte fest, daß erductus spiritu consilii sanioris, de consilio bonorum et religiosorum virorum, praesentibus abbate de Heisterbach, abbate loci s. Marie, fratre Henrico de Raspe etc." allen Gütern entsage, die er etwa unrechtmäßig besitze. (Elt. u. G. 111.)

Nach fast allgemeiner Annahme starb Heinrich am 1. Januar 1247 auf dem Schlosse Blankenberg a. d. Sieg und ist in der Abtei­kirche zu Sayn begraben, woselbst sein riesiges Grabdenkmal noch vorhanden ist. Das Necrologium Marienstattense machte die Kon- ventualen der Abtei noch ein zweites Mal im Jahre auf den Grafen Heinrich aufmerksam. Außer am 31. Dezember findet sich am 1. Januar noch eine Eintragung. Diese lautet: A^dni M°CC°XLVL obiit nobilis Heynricus comes Seynensis, qui dedit nobis C L marcas ad structuram et fuit nobis multum favorabilis, pro eo misereatur animae suae misericors deus. Ob mit den hier angeführten 150 Mark dieselbe Summe gemeint ist, die oben berührt wurde, oder ob schon vorher bei dem Bau des Klosters eine gleiche Spende gegeben wurde, ist nicht festzustellen.

Mechtildis von Sayn überlebte ihren Gemahl noch um viele Jahre. Ihr Tod fällt wahrscheinlich zwischen die Jahre 1284 und 1290. Im Jahre 1283 setzte sie ihr Testament auf. Marienstatt wurde in dem­selben mit einem Legat bedacht:Ich besetzen den monchen van Nistere zwenzich marc". Darauf bezugnehmend heißt es am 7. Juli im Necrologium Marienstattense: Ob. Mechtildis comitissa Seynensis, qui dedit nobis XX marcas in obitu suo, cuius hereditas fuit locus iste, in quo abbacia nostra fundata est.

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