1250 hatte Qräfin Mechtildis ihren umfangreichen Besitz für den Todesfall an das Erzstift Cöln abgetreten und sich die Nutznießung auf Lebenszeit vorbehalten. Im Jahre 1263 erhielt diese hochherzige Schenkung die päpstliche Bestätigung. Diese Zession war wohl auch der Grund der erwähnten Feindschaft von Isenburg und Sayn gegen die Mechtildis, da jene sich von der auf diese Weise anwachsenden Macht des Erzbischofs bedroht fühlten; vielleicht konnten sie auch ein Erbrecht geltend machen, das sie auf diese Weise verloren.

Die Politik des Erzbischofs ging nun aber dahin, den Besitz der Mechtildis noch zu ihren Lebzeiten an sich zu bringen und diese wichtigen Schlösser und Gebiete unbedingt dem Cölner Erzstift sicher zu stellen. Mechtildis hat dieser Politik nachgegeben, aber nicht ohne daraus für die eigene Person großen Nutzen zu schlagen. Das Erz­stift mußte ihr eine hohe Leibrente zahlen, die ihr ein auskömmliches, sorgloses Leben gewährte. Sie erscheint als eine Frau, die auf der Neuerburg in jener Zeit, inmitten ihrer zahlreichen Vasallen, dort großen Hof hielt. Damals sah die Neuerburg ein glänzendes ritterliches Treiben in Spielen, Jagd und Minnesang. Sie verbrachte ihren Lebensabend, unbekümmert um Land und Leute, unter dem Schutz des Erzstifts, reichlich versorgt mit der von dorther fließenden Rente.

Der fromme Sinn der Gräfin Mechtildis konnte dem Oberhaupt der katholischen Kirche nicht unbekannt bleiben und wurde gewiß bei verschiedenen Gelegenheiten den regierenden Päpsten von den Trierer und Kölner Erzbischöfen mitgeteilt. Heutzutage hätte sie sicher den päpstlichen OrdenPro Ecclesia et Pontifice" erhalten. Damals gab es nur Anerkennungsschreiben seitens der Päpste. Und Papst Urban IV., dem die Gräfin Mechtildis in einem demütigen Schreiben mitgeteilt hatte, daß sie die Burgen Wied, Windeck, Rennenberg, die Höfe zu Linz, Leubsdorf, Neuenthal, Asbach, Winthar (Windhagen), Gilsdorf und Sechtem, die ihr gehörten mit Vasallen, Ministerialen, Leibeigenen, Wiesen, Wildbannen (Jagden), Wäldern und anderen Zugehörungen, dem Erzstifte Cöln mit allem Rechte, das sie an diesen Gütern, auf der Neuerburg in der Pfarrei Breytbach an der Wied, in dem Dorfe Breytbach und an anderen Höfen dieser Pfarrei gehabt, aber zu ihrem eigenen und ihres verstorbenen Gemahls Heinrich von Sayn Seelenheil dem Erzstifte Cöln übertragen habe, nur mit dem Vorbehalt der lebenslänglichen Nutznießung, lobte dieserhalb gar sehr den frommen Sinn der Gräfin.

Dieser Papst Urban IV. ist derselbe, der früher schon als Archi- diakon (Generalvikar) von Lüttich viel Gutes von dem frommen kirchlichen Geist der Mechtildis persönlich erfahren und sie vielleicht als Archidiakon auf der Neuerburg besucht hatte. Aus den Berichten der Cölner und Trierer Erzbischöfe eriuhr er dann später wieder viel Erbauliches über die Gräfin Mechtildis. Es war diesem Papste, unter dem, nach den Offenbarungen der hl. Juliana von Lüttich, das Fron-

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