attinentiis et aliis villis ejusdam parochiae pro tuae et qondam Henrici viri tui Comitis Seynensis animarum remedio contulisti, retento tibi, quoad vixeris, usufructu etc. (Reck N. 307.)

Von dieser päpstlichen Bestätigung an datieren wir dann die III. Periode.

Bis zum Jahre 1283, aus dem das berühmte Testament der Gräfin stammt, sind keinerlei Urkunden bekannt, aus denen auf weitere Be­ziehungen derselben zum Kloster Sion geschlossen werden könnte. Hatte aber der Graf vor seinem Hingange noch der Abtei eine Stiftung gemacht, so tat Mechtildis desgleichen, ja, man könnte versucht sein anzunehmen, sie hätte durch den Wortlaut, wodurch sie das Legat festsetzte, dem Kloster einen besonderen Beweis ihrer Zuneigung geben wollen. Während die Gräfin nämlich sonst nur die bestimmte Geldsumme den nunnen von.....den monchen van..... an­weist, verschreibt sie,den nunnen van mime cloistere ze Colne zien marc". Man kann sich diese Auszeichnung aber leicht erklären. Mechtildis verbrachte die letzten Lebensjahre nicht mehr auf der Neuerburg, sondern gleichsam im Schatten dieses Klosters. Sie be­trachtete sich fast als Mitglied desselben, denn sie bewohnte das Haus, das sofort nach ihrem Tode auf Wunsch ihres Gemahls der neben­anliegenden Abtei zufallen sollte, da sie wirklich kinderlos geblieben war. Wann trat nun aber der Tod der Gräfin ein? Daß die Gräfin Mechtildis noch im Jahre 1275 lebte, ist Pfarrer Hermes bekannt, wie wir früher erwähnt haben. Hätte Pfarrer Hermes dasRechtsgegründete Bedenken" sorgfältig benutzt, so würde er in demselben die Notiz gefunden haben, daß die Gräfin auch noch im Jahre 1283 nicht gestorben war, da sie in diesem Jahr ihr Testament machte. Mechtildis lebte auch noch im Jahre 1284, denn aus diesem Jahre ist das Kodizill zu ihrem Testamente datiert. Im Jahre 1284 lebte die Gräfin, wie aus" den Namen der Zeugen in der zweiten Urkunde gefolgert werden darf, in Köln. Die Vermutung liegt nahe, daß sie in dem Hofe, welchen sie nach einer Urkunde vom 19. Februar 1249 in Köln besaß, gelebt hat und, hochbetagt, dort auch gestorben ist, ob noch im Jahre 1284 oder erst im Jahre 1291 konnte nicht ermittelt werden. Die Angabe der Grabinschrift aber, sie seiinfra octavas Nativitatis Christi" gestorben, gewinnt an Glaubwürdigkeit durch die Eintragungen in die Memoiren­bücher der Klöster Sion und Heisterbach, denen zufolge am 1. Januar, also zu Ende der Weihnachtsoktav, eine Gedächtnisfeier für das Sayner Grafenpaar stattfand. (An der Stelle dieses Klosters stand später die Gasanstalt. An die Gräfin erinnern die Sionstalstraße und Mechtildis- straße in Köln.)

Das Andenken an die Gräfin Mechtildis und alles Große, Edle und Gute, was sie von der Neuerburg aus gestiftet, bleibt unvergessen im Westerwalde und in den von ihr und ihrem Gemahl so reich bedachten Orden.

127