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hat sich in der ganzen hiesigen Gegend seit einiger Ieit dergestalt gehäuft, daß am Tage niemand ohne Begleitung, bei Nacht aber Kein Mensch über Feld zu gehen sich ge- traut, aus Furcht, mißhandelt oder beraubt zu werden."

Aus den vereinzelt und gelegentlich räubernden Spitz- buben.rekrutierten sich allmählich Räuberbanden, die plan- und geschäftsmäßig Einbrüche verübten und einen Schrecken verbreiteten, der noch ein Jahrhundert lang in den Erzäh- lungen der Spinn- und Bauernstuben widerklang. Nur die Ohnmacht oder der gänzliche Mangel jeglicher Justiz lassen die teilweise Jahrzehnte dauernde Schreckensherrschaft die- fer Banden erklärlich erscheinen. Die allen gesetzlichen Ein- rlchtungen waren mit den Kleinstaaten und politischen Gren- zen im Gebiete des linken Aheinufers gefallen. Wo sie sich noch einigermahen erhielten, zeigten die in ihrer Existenz durch die herannahende Neuordnung der Dinge bedrohten Beamten die größte Lässigkeit. Verschiedene politische Meinung entzweite außerdem die Behörden und erschwerte ein gemeinschaftliches Borgehen gegen die zahlreichen- sewichter. Müßig und verdrossen ließ Frau Iustitia die Hände im Schöße ruhen.

Die Befehlshaber zufällig einquartierter Truppenteile suchten zwar hier und da und in besonders schweren Fällen der eingerissenen Anarchie zu steuern, aber in ihrer Sucht, allerorts als Vertreter der neuen Menschenrechte aufzu- treten, ließen sie lieber einen Gauner laufen als hangen. Überdies verstanden die weiften von ihnen weder Landesalt noch Sprache. Selbst die Einverleibung des linken Nhein- ufers in das Gebiet der französischen NepubliK und die Neu-