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hat sich unter allen Näubern an der Wende des vorigen Jahrhunderts den größten Auf erworben, in erster Linie wohl lediglich durch seinen Namen, der geeignet war, bei dem erschreckten Bürger und Bauern leicht die gruselichslen Borstellungen von Schind- und Schandtaten zu erwecken. Schinderhannes ist gewissermaßen populär geworden) mit einem Gemisch von Furcht und Neugierde, ja sogar einer gewissen Sympathie hörte man von den Taten und Mei- nungen dieses deutschen Ninaldo, und dasBolK, dem man- ches Stücklein dieses Helden nicht übel gefiel, zeigte sich bald geneigt, bäuerische Scherze und Tölpeleien des Räubers eben, so wie Hanölungen, die einer gewissen, ihm nicht abstielt- baren Gutmütigkeit entsprangen, als Akte hochherziger Ge- sinnung lobpreisend zu Kolportieren. Eine ganze, freilich nicht allzu saubere Literatur hat Schinderhannes hervorgeru- sen, und noch heule werden in unzähligen Orten, die der Näuber nie betreten hat, Geschichten von ehemals dort ge- schehenen Taten des Schinderhannes mit einem gewissen Stolze weilererzählt. Der Klangvolle Name dieses Näuber- Hauptmannes diente eben damals vielen Spitzbuben als Deck- und Schreckmittel, selbst größere Näuber im Nieder- lande verschmähten nicht, gelegentlich unter der Firma „Schinderhannes" zu „arbeiten".
