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Schinderhannes hieß mit seinem bürgerlichen Namen Johann Bückler, den nom de guerre erhielt er einfach des- halb, weil er von Profession Schinder, i». h. Aboecker war. Er stammle aus Mühlen bei Nastälten, wo sein Vater eben- falls das Abdeckergewerbe betrieb. Der Vater zog später auf das linke Nheinufer und wohnte Zuletzt in Kirschweiler im Saardepartement. Der junge Hannes wuchs hier auf wie ein wildes Reis. Schon als Junge machte er sich ein Vergnügen daraus, Fleisch und Brot von den franz. Pro- villntwagen zu stehlen. Später Kam er zu dem Scharfrichter Nagel in Bärendach bei Kirn in die Lehre, zu einem Manne, der später dem Näuber oft das Zeugnis ausstellte, daß er stets willig, gutmütig und fleißig gewesen sei. Eine Tracht Prügel, die ihm der Maire von Kirn einst auf öffent- ^

liche'm Markte für ein Kleines Vergehen aufzählen ließ, trieb den jungen Menschen wieder von seinem Handwerk, das, wenn es auch ein verachtetes war, ihn doch vielleicht auf der Bahn der Ehrlichkeit festgehalten hätte. Bei seinen Umhertreibereien machte er die Bekanntschaft verschiedener liederlicher Burschen, mit denen er Schafe stahl. Ertappt bei solchem Diebstahl, wurde er in Kirn eingesperrt, allein er entkam über das Dach des Rathauses, in dem er gefangen- saß. Bald geriet er noch weiter abwärts auf der Bahn >

des Verbrechens, Kam er in die Gesellschaft des Iughetto und Iltis Jacob, zweier Näuber der Moselbande. Damals be- fchäfliglen sich die Lipshäuser noch lediglich mit dem Pferde- diebsicchl, und Schtnderhannes, der bisher sich nur an Schafe ' l

gewagt, leinte jetzt das Geschäft mit größeren Tieren. Er wurde rasch ein hurtiger Pferdedieb und eine Berühmtheit