VW Ntosßlbanße
Kann man, obwohl sie auch Verbrechen in Fülle verübte, als >die harmloseste der damaligen Nauberorganisationen bezeichnen. 3hre Wiege war das Dörfchen Lipshausen im Hunsrück, dessen Einwohner von jeher in üblem Nuse sian- den. Der öffentliche Geist, der am Ende des 18. Iahrhun- derts in dem Kleinen Gemeinwesen herrschte, wird <M besten gekennzeichnet durch die Tatsache, daß der Schultheiß von Lipshausen wegen Pferdediebstahls zu einer Zuchthausstrafe verurteilt wurde. Der Diebstahl französischer Militärpferde wurde übrigens damals von nicht wenigen Hunsrücker Bau- ein betrieben und galt, ba er ja den Feind schädigte, beim Volke Kaum als unehrenhafte Handlung. Iu den Lipshäu- ser Pferdedieben gesellte sich mancherlei fahrendes Spitz- bubenvolk, so der holländische Deserteur Mosebach, der Wildschütz Krämer, der Händler Iughetlo, der österreichische Deserteur EsuK. Es bildete sich so eine Bande von etwa zwanzig Personen, zu denen sich noch gelegentlich Mitläufer gesellten. Wenn man bei der mangelnden straffen Organi- sation von einem Hauptmann der Bande sprechen darf, so verdient der fünfzigjährige Grobschmied Nikolai aus KrinK- Hof bei Bertiich diesen Namen. Das Haus dieses Nikolai, eines geistig wie Körperlich hervorragenden, verschlagenen und Kaltblütigen Menschen, war der Sammelplatz der Bande.
