Dom Nheinlande schuf Keine Kriegerische Perlode eine größere allgemeine Verwirrung auf rechtlichem und politi- fchem Gebiete als die Zeit am Ende des 18. Jahrhunderts. Schon die ersten Nachrichten über den Verlauf der großen französischen Revolution waren geeignet, in unzähligen Köpfen die herkömmlichen Begriffe von Necht und Unrecht zu verwirren. Mit dem Einrücken der republikanischen Ar- meen lösten sich dann alle Bande früherer Ordnung auf. Wer versuchte, sich mit vererbten Vorstellungen Geltung zu verschaffen oder auch nur still die eigenen Gedankengänge zu regeln, sah sich bald von einströmenden neuen 3deen mit- gerissen, überwältigt von Taten und Meinungen cines neuen Geschlechtes. Iu der allgemeinen "Rechtlosigkeit und Verwirrung gesellte sich bald die Not. Die Sansculotten brachten wohl ihre Freiheitsbäumc und die Verheißungen einer glänzenden Zukunft der Menschenverbrüderung, alier sie wollten doch zunächst leben und sich Kleiden und zogen deshalb ihre neuen Brüder durch Kontribution und Ein- quarlierungslasten bald bis aufs Zemd aus. Die wachsende Unsicherheit von Weg und Steg, das Daniederliegen der Gewerbe, das gänzlich ungewisse Schicksal der Gegenden, in denen die Kämpfenden Armeen sich hin und hermälzten, vermehrten die Not in's Ungemessenc. Fremdes Volk, De- serteure und Marketender der beiderseitigen Armeen, blieb zu Tausenden in den Nheingegenden hängen und ernährte sich durch Naub und Diebstahl. Einheimische Spitzbuben oer- einigten sich mit diesen Elementen.

3n einem KonferenzprotoKoll Iunsrilcker Iusiizbeamlen vo'm 17. Dezember 1797 heißt es: «Das herrenlose Gesindel