— 21 —
reden, der erste Consul, Napoleon, 'werde ihn, den famosen Feldherr« de^ Hunsrückcr Wälder, Zweifellos begnadigen, wenn er ein volles Geständnis auch hinsichtlich seiner Ka- meradcn ablegen würde. Bestärkt wurde der Nauber in diesem eitlen Glauben, weil er im Znhre 1892 tatsächlich versucht hatte, durch Vermittlungen des Kreuznacher Sa- lineninspektors mit der Behörde in Unterhandlung« zu treten und man ihm damals wirklich für den Fall einer Aufgabe seines traurigen Handwerkes einen Pardon in Aussicht gestellt halte. So gestand der große Hannes dem ihn überhaupt freundlich behandelnden Nichter alles und jedes und brachte so «ine ganze Menge seiner Genossen hin- ter Schloß, und Niegel.
Am Schlüsse des ungeheuren Prozesses, während dessen sich Schinderhanens in der gemütlichen Auhe eines Bieder- mannes zeigte, dem das reuige Eingeständnis seiner Fehler vollste Befriedigung verschafft hat, wurde er mit 19 Se- nossen zum Tode verurteilt. Sieben Räuber erhielten vier- rmdzwanzigjährige, zwei zweiundzwanzigjährige, einer vier» zehnjährige, drei zehnjährige, einer acht- und einer sechs- jährige Kettensirafe. Drei Bandenglieder, darunter die Ge- liebte des Schinderhannes, Julie Blastus, wurden lmit Zucht- Haus bestraft. Zwanzig Angeklagte Konnten freigesprochen weiden. Am 29. Brumaire (29. Nov.) 1803 brachte man die zum Tode Verurteilten auf fünf Wagen zum Nicht- platz vor dem Meifzenauer Tore in Mainz. Schinderhannes, der trotz seines Metiers sich niemals als ein Mann von siar- Ken Nerven gezeigt hatte — fiel er doch einst in Ohnmacht, als er sich einen Finger mit dem Messer verletzte — bewies
