— 25 —
mehrere Führer zu gleichem Unternehmen zusammen, so wurde dem berühmtesten oder dem ortskundigsten der Kom- manoosiab in Gestalt des Brecheisens übergeben. Diesem Führer mußte unbedingt gehorcht werden) eine eiserne Äis- ziplin stand ihm zu Gebole. Ihren Namen wechselten Füh- rer und Veteranen fast in jeder Gegend. Durch dieses Mittel gelang es, die angeworbenen Jungen fast überall über die Person ihrer Leiter zu täuschen. Gelang es der Polizei, einige der Einbrecher nach einem Ncmb zu erwischen, so waren das in der Negel in der Gegend ansässige Zungen, während die Veteranen und Führer unter eoent. Mitnahme ihrer Verwundeten oder Leichen rasch über alle Berge ver- schwanden. Die Hauplräuber trafen nur bei Einbrüchen in großer Zahl zusammen. Zwei oder drei höchstens hielten sich gemeinschaftlich in einem Kochemer d. h. sicherem Jause auf oder gaben in besMunten Dieb es herber gen ihre Adresse ab. Dieser Kochemer Häuser gab es an der Wende des Jahr- Hunderts so viele, daß, nach dem Geständnis Fetzers, eines Chefs, ein Räuber von der Donau bis nach Amsterdam reisen und jede Nacht unter dem Dache eines Beitrauten schlafen Konnte. Was für Schinderhannes die einsamen Mühlen und Höfe bedeuteten, waren für die Niederländer diese Kochemen Kneipen und Herbergen. Da die Banden- Mitglieder nicht im Waldesdunkel und entlegenen Gebäu- den, fondern mitten i>m Volke und meist in lebhaften Städten lebten, so suchten sie sich mit vielem Glück das Aus- sehen von harmlosen Geschäftsleuten zu verschaffen. An guten, auf alle möglichen Namen lautenden Pässen fehlte es niemals den Veteranen, die stets über reichliche Be-
