Einleitung. ,
Die Frage nach dem, was unsere Vater geihan und gelitten, ist von jeher ein Sporn zu ernsten Forschungen gewesen, denn sie gewährt nicht allein den Spielen der Phantasie, die so gerne jedem Gegenstände den mystischen Schleier abdecken möchte, ein weites Feld für ihre Beschäftigung : sie fordert auch zugleich den Geist zu tieferem denken auf, indem sie Ursache und Wirkung in ihren Wechselbeziehungen vor seinem Auge aufrollt, und sie erwärmt endlich das Herz, indem sie eine innige Theiluahme für die Gestalten, die ans ihrer Schaubühne nn uns uorüber wandeln, in ihm entflammt.
Die Vergangenheit nnferes angestammten größeren Vaterlandes ist eine wahrhaft riesenhafte, und fic hat ihre Kraft uud Hoheit so unzählige Male in der Tafel der Geschichte eingetragen, daß es den: Geschichtsschreiber ein leichtes ist, aus der großen Menge der Erscheinungen ein abgerundetes Bild zu schaffen, das ebenso lebendig und frisch als abgerundet uud wahr ist. Wenn aber auch das Land,, dessen Geschichte ich mir zum Vorwurf gemacht habe, auch unr ein einziges Glied an dem großen Gauzeu, au sciucm Antheil au dem Nimbus des Letztere» meist ei» fchr rcla- tiucr ist, fo fällt demgegenüber doch in die Waagschale daß wir Saliner dieses Thcilchen Geschichte als unser a»? schließliches Eigcnthum ansehen dürfen, ohne daß uns dabei der Antheil am Gcsammlgut uerlorcn geht,
Noch will ich bemerken, daß ich nur ausschließlich die Geschichte der Grafschaft Sayn-Altcnkirchen"), jedoch mit Ausschluß des Amtes Vcndorf zum Ziele gesteckt habe, und daß ich die allgemeine Geschichte, sowie die Vergangenheit anderer. Herrschasten, welche mit ihr zeitweilig verbunden waren,
