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und König Friedrich Wilhelm III. nahm dieselben durch Patent vom 5. April 1815 förmlich in Besitz.
Die Grafschaft Sayn-Altenkirchen bildete nun mit Hinzuziehung einiger angrenzenden Gemeinden den Kreis Attenkirchen, und wnrde dem Regierungsbezirk Coblcnz einverleibt.
Der Kreis selbst ist in zehn (ursprünglich neun) Bürgermeistereien eingetheilt, nämlich: Attenkirchen, Betzdorf, Daaden, Flammersfeld, Friesenhagen, Gebhardshain, Hamm, Kirchen, Weyerbusch und Wissen, welche zusammen einen Flächenraum von 11,62 Quadratmeilen einnehmen.
Wir sehen auf die Jahrhunderte lange Leidensgeschichte des Landes und seiner Bewohner nicht ohne Grauen und Mitleid zurück. Gleich einem Spiclball ging dieses Fleckchen Erde von einer Fürsteuhand in die andere, wnrde stets mit neuen Reformen bedacht, die bei Weitem nicht alle das Wohl der Unterthanen bezweckten.
Das Deutschthum lag im Argen. Es war kein Pfleger da, der es vermocht hätte, die schlummernde Kraft des Volkes zu weckeu uud zum eigenen Besten zn verwcrthen. Daß diese Kraft und hervorragende geistige Anlagen beim Volke vorhanden waren, zeigt uus die zeitweife Entwickelung der schönen Künste, der Malerei, der Baukunst, der Bildhauerei u. f. w., und fclbst die hervorragendsten Erfindungen datiren aus der Zeit vor dem 30jährigen Kriege, wie die Erfindung der Buchdruckerkunst uud des SchießpulverZ.
Wie zerfahren und lächerlich die vorhandenen Gesetze waren, nach denen noch im vorigen Jahrhundert die Graf" fchaft Sami-Attenkirchen regiert wurde, geht aus einem Schreiben hervor, welches der Amtsaktuar Lamprecht*) zu Fnedewald am 27. April 1743 an die Brandenburg-Onolz- bllch-Sllvnische Regierung richtete, und in welchem er die hier gültigen Erbschaftsbestimmungen einer gewissenhaften Beleuchtung unterzieht.
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